10 Fragen, 10 Antworten: Ich finde meinen Partner nicht (mehr) attraktiv – was nun?

Liebe Sex Paartherapie Attraktivität Beziehung
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    Wieso kommt dieses Verlangen abhanden?

    Dr. med. Heike Melzer: Das ist erstmal ein biologischer Akt. Der liebe Gott hat vorgesehen, dass wir unsere Gene matchen. Männer haben da immer diesen Radar: Wo kann ich parat stehen? Seit Menschengedenken war Sex ja immer eine Mangelressource. Da musste man schauen, wann sich da eine Möglichkeit bietet. Frauen haben ein anderes Setting, denn sie müssen ja später für die Aufzucht auch sorgen und sie sind da wesentlich vorsichtiger, da es für ihr Leben größere Konsequenzen mit sich bringt. Ich glaube, dass die Monogamie nicht unbedingt gottgegeben ist, aber sie hat Vorteile, dass die Kinder auch gut groß werden, wenn zwei dafür Sorge tragen. Da brauch man nur ins Internet schauen: Auf den großen fünf Casual Dating Börsen sind über zehn Millionen Profile und davon sind viele in verbindlichen Beziehungen. Auch ist der Treuebegriff wichtig. Es ist ja so, dass man selber gerne nochmal nach rechts und links schaut, aber bei dem Partner aktiviert das Ängste. Da machen sich dann Revierdenken und Ängste breit, dass der Partner mir weggeschnappt werden könnte. Heute verschiebt sich der Treuebegriff immer mehr weg vom „Ich bin dem Partner treu“ hin zum „Ich bin mir selber streu“, das ist geradezu ein Perspektivwechsel. Dass das Verlangen abhandenkommt, liegt dann auch am bereits beschriebenen Coolidge Effekt, der Monotonie, einem anstrengenden Alltag, wenn man feststellt, dass man keine eineiige Zwillinge in Bezug auf Nähe und Distanz und Ordnung und Unordnung ist. Das sind immer die Kriegsschauplätze in Partnerschaften. Man muss sich ja auch erstmal in einen Alltag einschwingen.

    Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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