„Girl Dinner”: Das Abendbrot ist jetzt ein TikTok-Trend

Pseudo-Feminismus: Viel Hype um nichts? 

Der Hashtag „Girl Dinner“ zeigt, wie die Plattform TikTok es schafft, einen Hype um etwas völlig Banales zu kreieren. Mittlerweile ist es möglich, jede noch so alltägliche und unspektakuläre Sache wie das klassische Abendbrot als Trend zu verkaufen. Doch warum ist der Trend so beliebt? Einige Creator*innen haben es scheinbar geschafft, das „Girl Dinner“ als feministischen Akt zu labeln. Vielmehr handelt es sich jedoch um einen Rückfall in Zeiten, in denen Frauen wirklich noch für die Befreiung vom Herd kämpfen mussten. Das Gender Label erscheint grundsätzlich unnötig. Wie absurd der Versuch ist, Essen zu gendern, zeigt das „Boy Dinner“.

Gegenbewegung „Boy Dinner“

Wer sich mit TikTok auskennt, dem ist bewusst, dass beinahe jedem Trend auf der Plattform auch ein Gegentrend folgt. Nach dem „Girl Dinner“ musste es also ein „Boy Dinner“ geben. Die Gender-Zuschreibungen für unterschiedliches Essen lassen alte Gender-Klischees wieder aufleben. In Videos zu „Boy Dinner“ sieht man – mal ernsthaft, mal ironisch – Männer, wie sie Unmengen an Fleisch ohne Gemüsebeilage zum Abendessen verdrücken. Das Klischee: Männer sind alle Muskelprotze, die ausschließlich Fleisch essen. 

Die Moral von der Geschichte

„Girl Dinner“ ist nicht mehr und nicht weniger als ein TikTok-Trend, der vor allem dazu dient, Klicks zu generieren. Ob ein gestörtes Essverhalten allein damit begründet werden kann, bleibt fragwürdig. Aber noch viel wichtiger ist: Wir sollten uns dringend davon verabschieden, dass bestimmte Ernährungsformen nur für ein Geschlecht angemessen sind.

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Bildquelle: Karolina Grabowska via Pexels; CC0-Lizenz