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Hassobjekt: Die Klobürstenverweigerer

Endlich aufs Klo! Ich schließe die Tür hinter mir, schiebe den Riegel vor und will mich erleichtert erleichtern, da sehe ich das Grauen: braune Flecken!

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: Menschen, die die Klobürste gekonnt ignorieren.

 

Liebe Klobürstenverweigerer,

wir müssen reden! Es gibt Dinge, die ich einfach niemals begreifen werde. Eure absolut meisterhafte Ignoranz der buschigen Reinigungshilfe neben der Kloschüssel ist die absolute Nummer 1 auf meiner ganz persönlichen No-Go-Liste. Wie läuft das ab, wenn ihr das stille Örtchen aufsucht? Kneift ihr absichtlich minutenlang die Augen fest zusammen oder habt ihr ein speziell für diese Anlässe angefertigtes Gadget, einer Schlafbrille nachempfunden? Mal im Ernst. Anders kann ich mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, wie ihr übersehen könnt, was ihr dem Nächsten da teilweise hinterlasst.

 

Herzlichen Glückwunsch zur gesunden Verdauung

 

In mancherlei Hinsicht möchte man euch fast beneiden. Es gibt schließlich auch die strikten Heimscheißer unter uns, die noch nie irgendwo anders als auf dem heimischen Thron ihr Geschäft verrichtet haben. Eine Bekannte von mir war während einer Reise einmal fünf Tage lang nicht (und wie ich vermute auch danach nie wieder) auf dem Klo. Gesund kann das natürlich definitiv nicht sein und ich denke, dass ich mit dieser Situation gerade euren schlimmsten Albtraum beschrieben habe, aber an dieser Stelle kann ich nur gratulieren, denn das ist sicherlich euer allerletztes Problem. Nein, ich bescheinige euch von der Leber weg und frei von jeglicher Ausbildung im Gesundheitswesen, dass euer Verdauungstrakt in allerbester Ordnung ist. Ganz im Gegenteil zu den Badezimmern, die ihr verlasst. Deshalb erzähle ich euch jetzt, was ich mir am meisten wünsche, wenn ich direkt nach eurem Besuch die Kabine betreten muss. Ich wünsche euch, dass Magen und Darm verrückt spielen und während ihr von stechenden Bauchschmerzen gebeutelt werdet, sollt ihr zeitgleich feststellen, dass ihr euch nicht erleichtern könnt. Was sonst zu jeder Tages- und Nachtzeit ast „rein“ funktioniert hat, geht von jetzt auf gleich nicht mehr. In meinem Traum wird euch die Möglichkeit zur mutwilligen Verschmutzung öffentlicher und nicht-öffentlicher Toiletten genommen und ihr könnt nichts, aber auch gar nichts dagegen tun. An dieser Stelle würde so eine Art teuflisches Lachen erklingen. Und ja, das ist fies, aber nicht halb so fies wie euer rücksichtsloses Verhalten.

 

Mach’s selbst oder schäme dich in Grund und Boden

 

Eure Hinterlassenschaften haben neben der Unverschämtheit an sich aber auch noch einen weiteren spaßigen Nebeneffekt. Mit dem Druck auf die Klinke und meinem zaghaften Schielen in Richtung eurer beschissenen Wirklichkeit wird mir eines schlagartig bewusst: Ich habe die Schwelle der Zuständigkeit überschritten und bin dadurch vom Opfer zum Täter geworden. Mit jedem Rückzug und sei er noch so winzig klein, mache ich mich schuldig. Nein, es kann nicht mehr zurückgenommen werden. Es gibt die Momente, in denen meine Reaktionszeit Rekorde bricht und ich, bevor ich auch nur ansatzweise in der Kabine stehe, angeekelt rückwärts wieder raus stolpere. Aber sie sind eine seltene Freude im tristen Alltag. Die meisten Besuche am stillen Örtchen begehe ich gedankenverloren oder gar konfus und dann kann der Worst Case nicht mehr abgewendet werden. Ich bin drin. Scheiße, verdammt! Im wahrsten Sinne des Wortes. Eigentlich wollte ich nur meine Thermoskanne voll Tee abliefern, sehe mich jetzt aber einer Tätigkeit ausgeliefert, die ich beim besten Willen nicht erledigen möchte. Alles in mir sträubt sich und je nach Ausmaß der Verunreinigung hebt sich mir auch noch fast der Magen aus. Wenn ich nicht will, dass alle mich mit diesem Anblick in Verbindung bringen, muss ich putzen. An dieser Stelle möchte ich einmal einen ganz allgemeinen Appell an alle Toilettenbenutzer richten: Bitte bedenkt, dass es immer auch Menschen gibt (DANKE, DANKE, DANKE!), deren Job die Reinigung der Brillen und Schüsseln und die Leerung der Mülleimer nebenan ist. Also verhaltet euch gefälligst wie zivilisiertes Leben, werft eure Tampons in und nicht neben den Eimer, rollt keine 30 Meter Papier von der Rolle und benutzt Klobürsten!!!11!!1!1!!111!!!

 

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Titelbild: Unsplash unter CC0 Lizenz

Kommentare

  1. Dazu wird dringend eine sauber druckbare Version benötigt…muss das ja iwo aufhängen!

    xxx_chris / Antworten

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