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Hassobjekt: Fruchtfliegen – die Plage des Sommers

Wenn sich dein Hass auf zwei bis vier Millimeter komprimiert und deine Bananen im Kühlschrank liegen, dann weil sie wieder da sind: Fruchtfliegen.

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: die Plage des Sommers – Fruchtfliegen.

Matsch

Ssssssss. Ssssssssss. Batsch. Matsch. Wieder eine erwischt, darauf muss man nicht unbedingt stolz sein, denn bei der Herde an schwarzen Plagegeistern wäre es eher verwunderlich, wenn du keine erwischst: Ich rede von Fruchtfliegen und ich rede davon, wie sehr ich sie hasse und davon, dass sie selten alleine kommen und davon, dass ich sie NICHT eingeladen habe und davon dass ich mehr um eine Banane trauere, als um diese lästigen kleinen lebendigen Ekelirgendwase und und und – Ja, meine Banane ist nach dem Aufschlag auch Matsch. Danke dafür. Danke für Nichts.

Woher kommt ihr und wer hat euch eingeladen?

Ich liebe (!) Obst. Vor allem im Sommer würde ich meine kleine hölzerne Schale in der Küche gerne täglich neu befüllen. Die Schale habe ich auf einem Trödelmarkt gekauft: viereckig, echtes Holz, massiv, wunderschöne Maserung. Das Grün von Trauen, Gelb der Bananen und das Rot von Nektarinen wäre ein absolut perfekt passendes farbliches Arrangement. Aber: Die Schale ist leer. Denn die Trauben und Nektarinen – sogar die Bananen lagern im Kühlschrank (Todsünde!). Die Plagegeister in schwarz fordern ihren Tribut. So gesehen schränken sie in gewisser Weise also sogar meine Freiheit ein. Und die Freiheit meiner Bananen.

Aber jetzt mal ernsthaft: Woher kommen Fruchtfliegen eigentlich? Gefühlt aus dem Nichts. Aber eigentlich lockt sie überreifes Obst an oder du packst sie zusammen mit den Pflaumen und Mangos in deinen Einkaufswagen. Denn wie für deine Pflaume eigentlich eine wunderschöne Obstschale das Zuhause sein sollte, so ist für die Obstfliege deine Pflaume das Zuhause ihrer Wahl. Die Obstfliege legt ihre Eier schon auf Plantagen und in Gärten auf und in reifen Früchtchen ab – bis zu 400 über Nacht. Mit bloßem Auge sind die Eier und Larven gar nicht zu erkennen und ja (HASS!!!) das bedeutet, dass du ständig Fruchtfliegen verzehrst – von wegen Obst und vegane Ernährung…

Kaum hat es 25 Grad schlüpfen die Larven, ernähren sich dann etwa neun Tage von deinem Obstvorrat und werden dann zur Fliege. Tja, jetzt weißt du’s. Face the Facts. Fruchtfliegen sind scheiße, haben aber einen guten Geschmack.

Und wie werde ich euch wieder los?

Bevor sich dein auf zwei bis vier Millimeter komprimierter Hass auf Kosten deines Mitbewohners entlädt, solltest du deine Energie lieber in Fallen-Bau investieren. Ja, es braucht drastische Maßnahmen. Wenn der Staubsauger nicht mehr hilft und du keine Kohle hast Mittelchen aus dem Baumarkt zu kaufen, dann kommt hier unser Redaktionstipp: Wasser + Apfelessig + Spülmittel = Falle. Der Geruch von Essig (daher auch Essigfliegen) lockt die Tierchen an, das Spülmittel sorgt dafür, dass sie kleben bleiben und abtauchen und tadaaa versenkt. Okay, an dieser Stelle sollte ich kurz klar stellen, dass ich eigentlich ein sehr friedfertiger Mensch bin, Tiere meistens mag und eigentlich finde, dass alle Lebewesen irgendwie eine Daseinsberechtigung haben, nur halt nicht in oder auf meinem Obst, und generell nicht in meiner Küche. Irgendwo hat der Spaß ein Loch.

Matsch

Ssssssss. Ssssssssss. Batsch. Matsch. Aber was zermatsche ich da eigentlich? Fruchtfliegen haben viele Namen: Drosophilidae, Taufliegen, Gärfliegen, Mostfliegen, fliegen, fliegen, fliegen. Schließlich gibt es weltweit rund 3000 Arten davon und mindestens genauso viele Arten Hass hege ich für sie: Ekel, ekelerregende Bewunderung, ekelige Abneigung, ekelhafte Ekelhaftigkeit. Wie man merkt, surrt mir bereits der Kopf. Kein Wunder bei über 25 Grad Raumtemperatur, der ungewollt hohen Vitamin B12-, Zink- und Eiweißzufuhr und der schwarzen Verschwörung, die sich wohl bis kommenden Winter regelmäßig in meinen eigenen vier Wänden verschwirren wird. Danke für Nichts.*

 

* Für die Wissenschaft sollen die Insekten immerhin ganz interessant sein. Vielleicht hab ich einfach nur vergessen, auch die Forscher auf einen kleinen Obst-Snack einzuladen…

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Kommentare

  1. So einen blöden journalistischen Beitrag habe ich selten gelesen. Die Christina Winkler hat ihren Beruf verfehlt.

    Schmidt / Antworten
    • Lieber @Schmidt,
      das tut mir leid, wenn dir mein Beitrag nicht gefällt. Unter unserer Kategorie Hassobjekt schreiben wir immer etwas überspitzte Meinungstexte, die man mit einem Augenzwinkern lesen sollte. Schade, dass dieser nicht gut bei dir ankam. Danke dennoch für deinen Kommentar!

      Viele Grüße,
      Christina vom ZEITjUNG-Team.

      Christina Winkler / Antworten

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