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Hassobjekt: Nervige Mitbewohner

Stell dir vor jemand lädt dich zu sich nach Hause ein und eine Woche später ziehst du ein. Klingt bescheuert oder? Willkommen in einer Studenten-WG.

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: Nervige Mitbewohner.

 

Stell dir vor jemand spricht dich in der Straßenbahn an und lädt dich zu sich nach Hause ein. Nach einem zwanzigminütigen Gespräch und einer Tour durch die Wohnung entscheidest du dich nächste Woche einfach einzuziehen. Klingt bescheuert oder? Willkommen in einer Studenten-WG.

 

Zwischen Bundeskanzlern und Massenmördern

 

Ich meine grundsätzlich läuft ein WG-Casting doch auch nicht anders ab. Niemand kann wirklich wissen wie die Menschen drauf sind mit denen man sich die nächsten paar Jahre eine Toilette teilt. Es könnte sein, dass die zukünftige Bundeskanzlerin sich in deiner Küche ein Brot schmiert und ein angehender Massenmörder sich im Zimmer neben dir Videos von Mario Barth anschaut, während du das hier liest. Tatsache ist, du kennst die Leute mit denen du dir eine Wohnung teilst anfangs nicht und so geht es fast allen, die in eine Wohngemeinschaft ziehen.

 

Typisch Frederik

 

Natürlich kannst du auch Glück haben und du triffst auf diesem Weg deinen Seelenverwandten und viele gute Freunde. Aber sind wir mal ehrlich, die Welt ist ein ungerechter Ort und viel zu oft wird es sich bei deinen Mitbewohnern um die nervigsten Vollpfosten überhaupt handeln. Ich selbst habe genau zwei Mitbewohner und einer davon – nennen wir ihn Frederik – geht mir manchmal dermaßen auf den Sack, dass ich ihn am liebsten erwürgen würde. Ich meine wie kommt man auf die Idee ein belegtes Brot einfach in den Kühlschrank zu legen? Ohne Teller oder Folie oder einem Schneidebrett? Frederik geht auch gefühlt nur einmal im Monat in den Supermarkt auf der anderen Straßenseite, kauft riesige Mengen an Wurst und Obst und wundert sich dann warum alles verschimmelt und die ganze Küche stinkt. Am liebsten erinnere ich mich aber an unsere erste gemeinsame Woche, als er jeden Abend an meine Zimmertür geklopft hat, um mich daran zu erinnern vor dem Schlafengehen mein Handy auszuschalten – wegen der Strahlung und so. Der Junge macht mich manchmal echt fertig.

 

Immer in den ungünstigsten Momenten

 

Und da bin ich sicher nicht der einzige. Es gibt mehr nervige Mitbewohner als Sand am Meer. Mitbewohner, die Klobürsten und den Umgang damit nur aus Legenden kennen. Mitbewohner, die zu Hause wohl eine Spülmaschine mit Selbstausräumfunktion hatten. Mitbewohner, die sich nicht in der Lage sehen ihren Müll in den Mülleimer zu werfen, sondern daneben. Mitbewohner die, die gemeinsamen Töpfe und Pfannen nicht abspülen. Mitbewohner, die an die Badezimmertür klopfen wenn man sich gerade aufs Klo gesetzt hat. Ich meine, was soll ich jetzt machen? Einfach nicht abwischen, damit du früher aus dem Haus kommst?

Außerdem haben alle Frederiks der Welt die Angewohnheit immer in den ungünstigsten Momenten besonders nervig zu sein. Ob es sich dabei um Vorträge über ungesunde Ernährung handelt, wenn man doch nur sein Katerfrühstück genießen möchte oder Streitigkeiten über den Putzplan, wenn gerade Freunde zu Besuch sind oder noch besser: Man hat ein Date und ist sowieso schon spät dran, aber die Hose fehlt! Und auch wenn man die Hose im Optimalfall am Ende des Dates nicht mehr an hat, am Anfang sollte man schon noch mit Hose auftauchen. Im Schrank? Nein. Im Wäschekorb? Fehlanzeige. Auf dem Wäscheständer? Nope. Im Schrank des Mitbewohners? Bingo.

 

Ist es das wert?

 

Nervige Mitbewohner sind der Kaffeesatz der Gesellschaft, die Geißel Gottes für Studenten weltweit und das Schlimmste daran ist, man kann ihnen nicht entkommen. Flucht ist unmöglich. Ein Zimmer weiter schläft die Personifikation eines Dummbeutels und beinahe täglich stellt sich die Frage: Ist der ganze Ärger wirklich die Ersparnis von ein paar Euro wert?

 

Mitbewohner sind schon irgendwie okay

 

Vermutlich schon. Denn Mitbewohner machen dir einen Tee und besorgen Salzstangen, wenn du die ganze Nacht gekotzt hast, helfen dir deinen unnötig komplizierten Schrank aufzubauen und (sind wir mal ehrlich) ertragen dich genauso wie du sie. Mitbewohner sind zwar die unfreiwilligen Leidensgenossen auf dem Weg zwischen Kinderzimmer und Eigenheim, aber zwischendurch auch wirklich zu etwas zu gebrauchen. Es gibt kaum etwas schöneres als ein „ich hab auch sowas von keinen Bock zu lernen“, während der Klausurenphase, gemeinsames kochen und essen und Sommerabende auf der Terrasse. Alles in allem hat das Konzept „Mitbewohner“ wahrscheinlich sogar mehr positive als negative Seiten. Außerdem musst du die Versager in der Regel nur drei bis fünf Jahre ertragen.

 

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Bildquelle: Pexels unter CC0 Lizenz

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