„House of Lonali“: Die Mode der Zukunft

Nachhaltige Mode gleich Öko-Look? Diese Vorstellung ist schon lange passé. „House of Lonali“ ist ein nachhaltiges Modelabel aus Sri Lanka mit einer Designerin, die zeigt wie es geht.

Für Sri Lanka ist die Textilindustrie eine der größten Einnahmequellen. Europa dient als wichtiger Exportmarkt für das Land, d.h., was in Sri Lanka hergestellt wird, wird nach Europa verschickt und dort verkauft. Die meisten Fabrik-Arbeiter*innen haben die Schule besucht bis sie 15 oder 16 Jahre alt waren und gehen dann arbeiten. Viele der Arbeitenden wohnen in Wohnheimen, die Konditionen dort sind schlecht: Wenig Wasser, selten Strom und schäbige Toiletten.  

Die Arbeitergesetze Sri Lankas sollten eigentlich eine gute Basis für die Arbeiter*innen bieten. Allerdings gehen hier Theorie und Praxis weit auseinander. Ein Forschungsbericht vom NETWORKWEAR-Projekt zeigt die sri-lankische Realität. Durch Interviews mit Fabrikarbeiter*innen enthüllt das Projekt erschreckende Arbeitsbedingungen. Deutlich zu lange Arbeitszeiten, körperlich zu schwere Arbeit und ein Tageslohn von gerade mal 2,30€. Kinderarbeit, ein zu geringer Mindestlohn und wenige Sicherheitsvorkehrungen plagen das Land.

Eine sri-lankische Arbeiterin

Wir Europäer hören diese Fakten, doch kommen sie von weit her. Wir bringen sie nicht in Verbindung mit unserem eigenen Handeln und argumentieren damit, dass es auf dem Markt nicht genügend nachhaltige Produkte gibt. Das ist verständlich, denn es ist einfacher, die Augen zu schließen. Heute ist Sri Lanka jedoch kein Land mehr, das außerhalb unseres Fokus liegt. Wir können in zahlreichen Videos sehen, dass es diese Menschen gibt und sie für große europäische Ketten arbeiten. Mode-Ketten, bei denen wir einkaufen und bei denen wir uns nur über die schlecht ausgeleuchteten Kabinen beklagen, statt darüber, unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Doch es gibt Alternativen. 

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.