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Stummer Genozid: Die vergessenen Frauen Kanadas

Residential School System

Die systematische Auslöschung der Kulturen der First Nations, Métis und Inuit in ganz Kanada wurde nicht zuletzt durch das Residential School System vorangetrieben, das ab den 1880er Jahren von der kanadischen Regierung eingerichtet und von Kirchen verwaltet wurde. Das Ziel dieses Systems war die Indoktrinierung in die euro-kanadische und christliche Lebensweise. Ehemalige Schülerinnen und Schüler der Residential Schools schilderten grausamen Missbrauch durch das Schulpersonal, der physischer, sexueller, emotionaler und psychischer Natur war. Dieses zutiefst rassistische und traumatisierende System konnte bis 1996 aufrechterhalten werden. Im Jahr 2008 entschuldigte sich die kanadische Regierung formell im Parlament für die Schäden, die durch das Residential School System verursacht wurden, aber die Auswirkungen bleiben weiterhin bestehen.

Umso entscheidender ist es, nicht länger wegzusehen und die Forderungen indigener Aktivist*innen zu unterstützen und den Betroffenen Gehör zu schenken. Es ist dringend notwendig, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, wie die Schaffung zusätzlicher Anlaufstellen und Schutzräume für indigene Frauen und Mädchen in Notsituationen. Die Anerkennung von Kolonialverbrechen, die Aufarbeitung ihrer Folgen und die systematische Untersuchung von Gewaltverbrechen an indigenen Frauen sind das Mindeste, was die kanadische Regierung und Behörden für die zahlreichen Opfer und deren Angehörige tun sollten.

Verwendete Quellen:

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Bildquelle: Liam Hill-Allan via Shutterstock; Vancouver, Canada – February. 13, 2019: Thousands march through Vancouver’s Downtown Eastside in remembrance of missing and murdered Indigenous women and girls; CC0-Lizenz