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Johannes, 27, engagiert sich bei Ingenieure ohne Grenzen

Wer sich ehrenamtlich engagieren will, findet bei Ingenieure ohne Grenzen e.V. die Möglichkeit dazu. Hier oder im Ausland – Hilfe wird überall gebraucht.

Johannes ist 27, lebt in Köln, arbeitet als Fachreferent bei einem Energieversorger und hat vor kurzem seinen Master in Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen. Ein verantwortungsbewusster Beruf, der dem jungen Mann viel Zeit abverlangt. Aber statt sich am Wochenende oder nach der Arbeit auf der Couch auszuruhen, arbeitet Johannes einfach weiter: Er engagiert sich ehrenamtlich bei Ingenieure ohne Grenzen. Gruppentreffen, Projektbesprechungen, Auslandsaufenthalte – im Gespräch mit ZEITjUNG hat Johannes erzählt, worin sein Ehrenamt besteht.

 

ZEITjUNG: Du engagierst dich ehrenamtlich bei Ingenieure ohne Grenzen. Was genau kann man sich unter diesem Verein vorstellen?

Johannes: Ingenieure ohne Grenzen (IoG) ist eine gemeinnützig anerkannte private Hilfsorganisation. Ziel von Ingenieure ohne Grenzen ist es, die Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen vor allem in den ländlichen Regionen des globalen Südens langfristig zu verbessern. Dabei arbeiten wir nachhaltig und mit regionalen Partnern in den jeweiligen Ländern zusammen. Unser Fokus liegt auf der grundbedürfnisorientierten Entwicklungszusammenarbeit. In unseren zahlreichen Projekten verschaffen wir den Menschen Zugang zu Wasser, Sanitär und Strom. Im Sinne des globalen Lernens ist Ingenieure ohne Grenzen auch im Inland aktiv, zum Beispiel im Rahmen des Integrationsprogrammes oder der Ingenieure ohne Grenzen Challenge. Die Information und Sensibilisierung über die Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit sowie die ganzheitliche Betrachtung globaler Zusammenhänge stehen dabei im Mittelpunkt.

 

Wie lange engagierst du dich schon für die IoGs?

Ich habe mich während meines Masterstudiums nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit für nachhaltige Projekte in der Welt umgeschaut und bin so im April 2017 auf Ingenieure ohne Grenzen aufmerksam geworden. Seitdem bin ich in meiner Freizeit dort aktiv.

 

Wie viel Zeit verwendest du in etwa wöchentlich für den Verein?

Unsere Gruppenmitglieder können alle flexibel entscheiden, wie viel Zeit sie wöchentlich in unsere Projekte und die Vereinsarbeit investieren. Zumindest die 2 Stunden für unsere 14-tägigen Treffen sollten alle haben. Alles andere hängt von den konkreten Aufgaben, die anstehen, ab. Ich persönlich investiere 3-8 Stunden pro Woche in die Projektarbeit. Darüber hinaus tausche ich mich mit unseren anderen Teammitgliedern über unsere digitalen Plattformen aus, um das Projekt voran zu bringen. Es gibt auch Phasen, in denen Events oder andere Fundraising-Maßnahmen anstehen, in die wir alle mehr Zeit investieren. Deshalb ist es auch wertvoll, dass wir nicht nur Ingenieure sind. Mir machen auch die Aufgaben immer viel Spaß und ich bin stolz auf das, was wir erreichen.


Was reizt dich daran, dich bei Ingenieure ohne Grenzen zu engagieren?

Was für viele Menschen in Deutschland selbstverständlich ist – wie der stetige Zugang zu sauberem Trinkwasser – ist für viele Menschen auf der Welt ein unerfüllter Wunsch. Zum Beispiel müssen die Schüler unserer Partnerschule in Tansania in der Trockenzeit jeden Tag 10 Liter Wasser zur Schule tragen. Mit anzupacken und Menschen zu helfen, damit sie sich später selber helfen können, motiviert mich. Und das Beste daran ist, Ingenieure ohne Grenzen sammelt nicht nur Spenden, sondern setzt Projekte selbst um, so dass ich hautnah die erzielte Entwicklung miterleben und mit den Menschen in Austausch treten kann.

 

Vor kurzem warst du in Tansania. Was genau hast du da gemacht?

Wir waren zu zweit aus unserer Regionalgruppe Köln vor Ort, um unsere Projektidee zu prüfen, die wir mit unserem Projektpartner Killimanjaro Childlight Foundation aufgestellt haben. Unser Ziel ist es, einer Secondary School in Mashati (östlich vom Kilimanjaro) in ihren grundlegenden Problemen, wie beispielsweise der Wasserversorgung, zu helfen. Während der Erkundungsreise haben wir mittels PRA Methoden die wesentlichen Probleme vor Ort festgestellt (PRA bedeutet Participatory Rapid Appraisal. Vereinfach ausgedrückt handelt es sich dabei um eine Methode zur Befragung der Zielgruppe, um deren Bedürfnisse und Interessen in die Entwicklungsmaßnahmen ihres Lebensraums einzubringen). Daraufhin haben wir unsere Partner identifiziert, erste Gespräche geführt und unsere Zusammenarbeit besprochen, damit die zukünftige Implementierung möglichst problemlos und nachhaltig klappt.

 

 

Wassertank

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