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Junge Islam Konferenz: Wege zurück zu Meinungsvielfalt

Ein Treffen, das ein friedliches, pluralistisches und multireligiöses Zusammenleben ermöglichen soll: unsere Autorin war auf der Jungen Islam Konferenz in Berlin.

Von Kathrin Keller

Im Rahmen der diesjährigen Jungen Islam Bundeskonferenz kamen 40 Muslime und Nicht-Muslime mit und ohne Migrationshintergrund aus der gesamten Bundesrepublik zusammen nach Berlin, um gemeinsam über neue Wege zu mehr Meinungsfreiheit und demokratischer Gesprächskultur zu diskutieren.

Für viele Jugendliche ist es längst völlig normal, mit verschiedenen Kulturen und Religionen aufzuwachsen – “Muslimsein” und gleichzeitig “Deutschsein”? Das steht für sie definitiv nicht im Gegensatz, sondern ist schlichtweg gelebte Realität. Wo ihre Eltern vielleicht noch mit einer gewissen Skepsis reagieren würden, wächst in der jüngeren Generation die Neugier auf das Unbekannte und Fremde. Als Landesschülersprecher der berufsbildenden Schulen Schleswig-Holstein kommt Martin sowieso mit jedem in Kontakt : “Wer nun welcher Religion zugehört, das spielt da kaum eine Rolle”. Und Fiona, evangelische Theologiestudentin aus Hannover, ist davon überzeugt, dass sie nur dann eine gute Pfarrerin werden kann, wenn sie sich ebenso mit anderen Religionen auskennt.

 

Voller Hoffnung und Engagement – Die junge Generation

 

Und dennoch halten sich Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslimen auch im Jahr 2017 noch immer hartnäckig. Neben diskriminierenden Äußerungen in Schulen oder auf der Straße kommt nun menschenverachtende Hate Speech auf diversen Social-Media-Kanälen hinzu. Aydan Özoğuz, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Schirmherrin der JIK-Bundeskonferenz, kennt solche Situationen nur zu gut. Auch ihr begegnen beleidigende und rassistische Posts tagtäglich. Daher sei es gerade jetzt, in Zeiten von postfaktischer Realitäten und Fake News, wichtiger denn je, unser Zusammenleben zu verteidigen. Dies ist nämlich keine Selbstverständlichkeit – und man darf nicht vergessen: Auch die jüngere Generation wird irgendwann mal zur älteren, sodass unser friedliches und demokratisches Miteinander immer wieder neu verhandelt werden muss.

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