Liebeserklärung an: Die erste Schneeflocke

Schnee

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

Wir spulen ein paar Jahre zurück. Zurück zur Schulzeit, der unbekümmertesten, aber doch sorgenerfülltesten Zeit des Lebens. Es ist Mitte November, die Schwelle zum Winter ist gerade überschritten. Das Wetter ist genau so, wie du dich gerade fühlst: kalt, ungemütlich und trostlos. Den Kopf auf die Handfläche gestützt, sitzt du gedankenverloren im Klassenzimmer und lauschst gerade noch so, mit halben Ohr, dem langweiligen Monolog deines Lehrers. Und kurz bevor du ins Reich der Träume abdriftest, rumort es im Klassenzimmer, und plötzlich wird es laut. Alle laufen zum nächstgelegenen Fenster und gucken mit staunenden, kugelrunden Augen in den Himmel. Es schneit.

Winter Is Coming

Ein paar Jahre später, Gegenwart. An dem Gefühl hat sich eigentlich kaum etwas geändert, dafür der Raum und Zeit. Immer noch starren wir mit einer kindlichen Faszination aus dem Fenster, und beobachten, wie die erste Schneeflocke des Jahres auf den Boden fällt. Und kaum tut sie das, ist der Startschuss zur schönsten Zeit des Jahres gefallen: Weihnachten! Weihnachtsmärkte! Glühwein!

Die erste Schneeflocke des Jahres wird wahrscheinlich am meisten zelebriert – und das aus gutem Grund. An keinem weiteren Zeitpunkt im Jahr hört sogar dein langweiligster Dozent auf zu reden. Außer dann, wenn die erste, zarte Schneeflocke langsam vom Himmel fällt, und uns allen damit offiziell signalisiert: der Winter ist da. Nachrichten berichten dann immer ganz dramatisch vom „WINTEREINBRUCH!“, während wir alle nur zufrieden und mit einem Glitzern in den Augen aus dem Fenster schauen. Schnee hat schon immer eine gewisse Faszination auf uns ausgeübt. Zahlreiche Gedichte, Zeichnungen und Fotos widmen sich einzig und allein dem Thema Schnee. Es ist nicht so, dass bei uns Schnee nur alle paar Jubeljahre fällt. Und doch werden wir Jahr für Jahr immer wehmütig und freuen uns extrem, wenn wir das erste Mal seit langem wieder Schnee sehen. Wenn man dann noch in die frische Winterluft hinaus läuft und die kalten Flocken auf der Haut schmelzen spürt, dann ist das Gefühl perfekt.

This time of the year, again

Die erste Schneeflocke macht uns aber vor allem deutlich, wie schnell die Zeit eigentlich verfliegt: „Ah, diese Zeit des Jahres schon wieder.“ Und ist ein Indiz dafür, dass die magischste Zeit des Jahres vor der Tür steht: Weihnachten! Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und mit jeder einzelnen Flocke, die vom Himmel fällt, wird deutlicher, wie schwer die Last des Jahres auf unseren Schultern liegt. Aber der Anblick spendet auch Trost. Vergangene Erinnerungen kommen wieder hoch, an Zeiten in denen alles noch unbekümmert war und eine der größten Sorgen darin bestand, die 5 in Mathe irgendwie vor den Eltern geheim zu halten. Schneeballschlachten im Schulhof oder im Garten, Schlitten fahren und Schneeeengel formen. Ja, Schnee kann auch lästig sein. Und unbequem. Wenn die Thermometeranzeige wieder mit dem Gefrierpunkt flirtet, ist es nicht immer angenehm, vor die Tür zu gehen. Wenn draußen alles weiß ist, will ich am liebsten mit einer Tasse Kakao im Bett bleiben, selbst wenn es die ersten Schneeflocken sind. Im Grunde genommen ist Schnee angenehmer, wenn er von einem warmen, gut isolierten Ort betrachtet wird, als wenn man sich mittendrin befindet. Aber es gibt doch auch nichts besseres als das Gefühl, sich durch den Schnee zu kämpfen und sich daheim mit einer Tasse Tee aufzuwärmen. Nichtsdestotrotz, die erste Schneeflocke wird immer einen Ehrenplatz in meiner Gefühlswelt haben. Weil sie es jedes Jahr aufs Neue schafft, mich zu begeistern.

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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