Toleranz: Magazin gedruckt mit Tinte und Blut von HIV+ Menschen

ScreenshotTitelbildHIV+Magazine

Rot auf weiß steht es in großen Buchstaben auf dem Cover: „This Magazine has been printed with the blood of HIV+ People“. Das österreichische Magazin „Vangardist“ hat im Vorfeld des Live Balls und des Eurovision Song Contests eine außergewöhnliche Sonderausgabe gedruckt. Die Tinte auf den Seiten ist mit Blut von HIV-positiven Menschen gemischt.

 

Conchita Wurst und die Toleranz

 

Der Live Ball ist eine der größten Benefiz-Veranstaltungen zugunsten HIV-Infizierten und an AIDS erkrankten Menschen. Außerdem findet dieses Jahr der Eurovision Song Contest in Österreich statt. Die Kunstfigur Conchita Wurst, mit ihrem stetigen Kampf für mehr Toleranz, gewann letztes Jahr. Die Kombination der Events und die Aufmerksamkeit, die dadurch auf Österreich gerichtet ist, nutzt auch das Magazin „Vangardist“. Für mehr Offenheit. Für mehr Toleranz.

Mit ihrer Sonderausgabe mit dem dem Titel #HIVHeroes wollen sie gegen Stigmata ankämpfen und das Bewusstsein der Menschen für die Erkrankung schärfen. Infizierte Personen können, bei guter medizinischer Versorgung, ein normales Leben führen. Aber nur allzu häufig verschweigen sie ihre Krankheit und verfallen in Isolation oder Depression. Sie haben Angst, ihre Partner, Freunde oder Arbeit zu verlieren oder erst gar nicht zu finden. Die Redaktion schreibt auf der Website: „Nach wie vor gibt es immer noch zu viele Menschen, die Angst davor haben einen Menschen mit HIV zu berühren, zu umarmen oder zu küssen.”

 

In den eigenen Händen

 

Um die Vorurteile abzubauen, geht das Magazin einen radikalen Weg. Der Druckertinte wird Blut von 3 HIV-positiven Menschen beigemischt. Bei den Spendern handelt es sich um eine Frau und Mutter, einen homosexuellen und einen heterosexuellen Mann. Auch mit der Auswahl der Spender überwinden sie Klischees. Das Magazin ist bei dem Kauf eingeschweißt und man öffnet die Verpackung bewusst und geradezu rituell. Danach hat man das Heft mitsamt der Bluttinte in den Händen. Ansteckungsgefahr besteht natürlich keine, denn der Virus überlebt außerhalb des Körpers nicht lang genug. Man kann das Magazin berühren, wie man auch eine infizierte Person berühren kann. Und auch wenn du das natürlich weißt, stell dir bitte selbst die Frage: Würdest du das Heft in die Hand nehmen?
Im Zuge der Kampagne ist auch ein Video entstanden:

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Bildquelle: Screenshot Vangardist