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Marie Kondo und die große Frage: Does it spark Sinn?

Marie Kondo hilft uns dabei, minimalistischer zu denken und unser Leben von freudlosem Besitz und Sentimentalitäten zu befreien. Aber ist der Hype um die Netflix-Serie eigentlich gerechtfertigt?

Es soll ja Menschen geben, die noch nicht mit Marie Kondo aufgeräumt oder zumindest von ihrer magischen, alles verändernden KonMari-Methode gehört haben. Für alle, denen der Hype entgangen ist: Marie Kondo ist Japanerin, Mitte 30, lebt in den USA und ist hauptberuflich Aufräum-Beraterin. Das macht sie anscheinend so gut, dass sie mittlerweile drei Bestseller geschrieben und eine eigene Netflix-Serie bekommen hat – Aufräumen mit Marie Kondo. Und mit genau dieser Serie ist der Rummel erst so richtig ausgebrochen.

 

Freude, schöner Götterfunken

Das Prinzip ist relativ einfach. Die „Unordnung“ wird in die fünf Kategorien Kleidung, Bücher, Papiere, Komono (Verschiedenes, meist Kleinkram) und Erinnerungsstücke eingeteilt. Dann wird jede Kategorie einzeln auf einem großen Haufen zusammengetragen. Was behalten und was weggegeben wird, entscheidet der Fühltest und die große Frage: Does it spark joy? Wenn es joy sparkt, bekommt es einen zugeordneten Platz, wenn nicht, wird es dankend (und ich meine wirklich DANKEND) entsorgt.

Marie hilft den Amerikanern so dabei, ihre teils messihaften Haushalte zu entrümpeln und damit das großartige Leben zu führen, das sie ohne diesen ganzen Klimbim eigentlich hätten. Zusätzlich verhilft sie den Menschen mit einfachen Tricks, z. B. der richtigen Falttechnik oder dem Schächtelchen-System, zum inneren Frieden und therapiert ganz nebenbei auch noch Paare. Natürlich sind nicht alle von Anfang an begeistert. Stirnrunzeln und ein bisschen Fremdschämen gibt es schon, wenn Marie beim ersten Treffen auf die Knie fällt und sich dem Haus mit einer kurzen Meditation vorstellt. Doch auch wenn die Begrüßung meistens noch sehr peinlich und holperig verläuft: Spätestens beim Abschied sind alle best friends und Marie ein Geschenk des Himmels.

Marie Kondo

 

Brauchen wir Marie Kondo wirklich?

Trotz oder gerade wegen des Hypes gehen die Geschmäcker natürlich auseinander. Neben der Fraktion, die sofort mit auf den Ordnungszug springt und ihre Unterhosen jetzt gefaltet auf den Kopf stellt, gibt es auch diejenigen, die der KonMari-Methode eher kritisch gegenüberstehen. Ich tendiere ja zu letzterer Gruppe, aber wie lernt man schon in der Schule so schön: Kritik immer mit etwas Positivem beginnen.

Und positiv ist eben, wenn Menschen plötzlich vor meterhohen Kleiderbergen stehen und beschämt zugeben müssen, dass sie noch materieller eingestellt sind als Madonna. Denn grundsätzlich haben wir überdurchschnittlich Privilegierten zu viel von allem, insbesondere Kleidung. Mal Hand aufs Herz: Tragen wir wirklich all das, was im Schrank seit Jahren schon vor sich hinrottet? Was heben wir auf, weil es vielleicht in diesem ominösen Irgendwann wieder zum Einsatz kommt? Und schlimmer noch: Wie viel kaufen wir jedes Jahr neu, fast, unbedacht, obwohl wir es nicht brauchen? Maries Aufruf nach mehr Minimalismus und bewusstem Besitz in allen Lebensbereichen unterschreibe ich. Ich bin auch dabei, wenn es ums Aussortieren von unbrauchbaren und mittlerweile deprimierenden Erinnerungsstücken aus der Vergangenheit geht. Und die Falttechnik für Bettlaken finde ich ebenfalls ganz knorke.

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