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Mutterland und Vatersprache: Sollten wir die Nationalhymne wirklich umdichten?

Nationalhymne verändern, um für Gleichberechtigung zu sorgen? Ob das ein Weg sein kann, fragen wir Eckhard Kuhla, der sich mit Gendersprache beschäftigt.

Endlich wieder Internationaler Frauentag. Vor 107 Jahren sind Frauen aufgestanden, um gemeinsam für gleiche Rechte zu kämpfen. Wahlrecht für Frauen und legalen Schwangerschaftsabbruch haben sie erreicht. Nice, Mädels! Aber das allein reicht nicht. Schließlich sollten Frauen in der jetzigen Zeit die gleiche Behandlung wie Männer erfahren. Die starken Frauen von damals haben gute Vorarbeit geleistet. Doch der Punkt, an dem sich das weibliche Geschlecht gemütlich zurücklehnen kann, ist noch nicht gekommen. Denn wir leben in einer Welt, in der Trump Präsident ist, Feminismus zum Schimpfwort mutierte und das Thema „Gender“ immer noch große Diskussionen heraufbeschwört. Erneut entfacht wurde der Dialog durch die Frage, ob der Text der Nationalhymne abgeändert werden sollte.

Kristin Rose-Möhring möchte die Wörter „Vaterland“ und „brüderlich“ in der deutschen Nationalhymne durch „Heimatland“ und „couragiert“ ersetzen. Sie ist Gleichstellungsbeauftragte – ja, Gleichstellung, nicht Frauenbeauftragte! – des Bundesfamilienministeriums und Sprachwissenschaftlerin. Also eine, die sich tatsächlich auskennt. Aber was wäre der Vorschlag einer Politikerin ohne das Bashing richtig vieler Menschen mit richtig wenig Kompetenz, die natürlich alle eine Meinung haben? Immerhin geht es hier um die Nationalhymne. In solch einem bedeutendem Liedgut, das wir bei jedem WM-Spiel erneut – stehend und mit der Hand auf der Brust natürlich – aus voller Inbrunst und Überzeugung mitgrölen, können nicht einfach mal eben so bedeutende Worte geändert werden, oder?

 

Gefangen im Gender-Dschungel

 

In Presse und Netzwerken ist man größtenteils dagegen. Regierungssprecher Steffen Seibert machte öffentlich, dass die Bundeskanzlerin „mit unserer schönen Nationalhymne so wie sie ist in ihrer traditionellen Form sehr zufrieden ist.“ Auch Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, habe sich als emanzipierte Frau von der Hymne immer angesprochen gefühlt.

Kann die Veränderung zweier Begriffe in der Nationalhymne eine Auswirkung auf die Gleichberechtigung im Land haben? Hat Sprache Einfluss auf unser Denken? Sollte Kulturgut einfach so verändert werden? Ist Gendersprache überhaupt sinnvoll? Wieder werfen viel zu viele Menschen ohne jegliches Fachwissen mit viel zu vielen Meinungen um sich. Eckhard Kuhla ist Leiter der Arbeitsgruppe „Gendersprache“ des Vereins Deutsche Sprache. Vielleicht kann er uns einen Weg durch den Genderdschungel zeigen, in dem schon die nächste Schlange uns zu erwürgen droht, weil wir uns nicht korrekt ausgedrückt haben. Duden und Hochschulen versuchen Richtlinien als Wegweiser aufzustellen. Aber alles, was von oben aufgezwängt wird, hat laut Kuhla sowieso keinen Erfolg: „Wir sind grundsätzlich gegen ein System, das den Menschen Selbstbestimmung und Würde nimmt.“

Kommentare

  1. Wir könnten auch einfach die zweite Strophe des Liedes der Deutschen wieder in die Nationalhymne aufnehmen, dann hätten wir auch die Mädels mit drin ;)

    Dan / Antworten

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