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Das Dümmste überhaupt? Sich nur auf News über Facebook verlassen

Die Jugend bezieht Nachrichten mittlerweile zu einem Großteil aus dem Internet. (Fake-)News nur noch über Facebook – sind sie Gefahr oder Segen?

Mit über drei Millionen Abonnenten ist LeFloid einer der erfolgreichsten Youtuber Deutschlands. Florian Mundt, so heißt er im Reallife, befasst sich in seinen Videos mit dem aktuellen Weltgeschehen, News und bizarren Ereignissen und gibt seinen persönlichen Kommentar dazu ab. Während andere Youtuber auf Comedy oder Beauty-Tipps setzen, um Klicks zu generieren, versucht LeFloid Jugendliche wieder zum Nachdenken zu bewegen. Und das scheint anzukommen – zumindest wurden Mundts Videos insgesamt über 500.000.000 Mal aufgerufen.

Laut einer Studie der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien aus dem Jahr 2015 ist das Internet mit 47 Prozent die am häufigsten genutzte Informationsquelle für 14 – 29 Jährige. „Alte“, also herkömmliche Medien wie Tageszeitungen oder Fernsehen, liegen im Ranking deutlich dahinter. Die am meisten genutzten Seiten sind – wen wundert‘s – Facebook und YouTube. Wieso also werden TV-Nachrichten oder Tageszeitungen von jungen Menschen eher gemieden – und ist das Internet wirklich eine gute Quelle?

 

Kann Facebook die Zeitung ersetzen?

 

Dass Facebook als News-Quelle Gefahren mit sich bringt, ist allgemein bekannt. Zum einen kann es sein, dass man nicht alles Wichtige mitbekommt. Facebook, wie auch viele andere Seiten, haben unsichtbare Algorithmen, die bestimmen, was wir sehen. Sind wir zum Beispiel eher liberal eingestellt und klicken dementsprechend häufiger auf Beiträge in diese Richtung, so werden über Zeit die eher konservativen Beiträge auf unserer Timeline verschwinden. Wir bekommen also nur noch vorgesetzt, was uns auch gefallen könnte. Das kommt logischerweise daher, dass durch Klicks Geld verdient wird und Nutzer sich eher für Beiträge interessieren, die ihre persönliche Meinung unterstützen. Die so genannten “Filterblasen” sind ein großer Nachteil des Internets im Allgemeinen – denn ohne es zu wissen, bekommen wir überall personalisierte Ergebnisse, welche weniger zum Nachdenken anregen als beispielsweise Meinungen, die wir nicht teilen.

Doch kann Facebook trotz alledem die Tageszeitung ersetzen? Nein. Aber wenn es nach den Nutzern geht, muss es das wohl auch nicht. Menschen, die ihre Nachrichten nur über Social Media beziehen, wollen nicht alles lesen, was eine Zeitung zu bieten hätte. Sie wollen sich ein oder zwei Dinge herauspicken und dann zurück zu den Katzenbildern.

 

Die neue Unsachlichkeit?

 

Dieses Verhalten erklärt auch den Erfolg LeFloids. Er versucht nicht, wie die herkömmlichen Formate, politisch korrekt und sachlich zu sein. Zudem filtert er noch stärker als die Facebook-Algorithmen. Er hat im Gegensatz zu Tagesschau und Süddeutsche keinen Bildungsauftrag und somit die Möglichkeit, seine Themen nach persönlichem Geschmack auszusuchen. Information ist hier eher Nebensache. Sein Ziel ist es, seine Zuschauer zu unterhalten. Und das funktioniert nun mal besser mit Schlagzeilen wie „Supernanny tötet Hund“ anstelle von „Bomben zerstören Aleppo“. Doch so können (und sollen) die herkömmlichen Nachrichten nicht vorgehen – was sie wiederum aus Sicht vieler junger Menschen langweilig wirken lässt.

 

 

 

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