Ölziehen: Heilen, Entgiften, strahlende Zähne?

Und so geht’s

Bei Ölziehen muss man auf wenig achten und das kommt mir ganz gelegen. Man sollte am besten ein gutes Öl verwenden. Kaltgepresste Bio-Öle sind wohl die Spitzenreiter. Ob man Kokos-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Sesamöl verwendet, ist aber nebensächlich. Zwei weitere Grundpfeiler bei der Anwendung sind jedoch noch, dass das Öl mindestens 15-20 Minuten im Mund bleibt, so dass es sich in alle Ecken ausbreiten kann und in die Schleimhäute einwirken kann. Und zum zweiten sollte man das Öl immer auf leeren Magen ziehen, denn, wie anfangs erwähnt, werden sonst vorher schon alle angelagerten Bakterien runtergespült. Außerdem noch ein paar Angaben zur Anwendung:

  • Öl in Bewegung halten, also schlürfen und ziehen
  • Kleine Pausen sind auch okay, dann kann sich das Öl wieder im ganzen Mund verteilen
  • 1-2 Esslöffel Öl verwenden
  • Nicht gurgeln oder schlucken, sonst kommen die Schadstoffe einfach in den Körper
  • Und die goldene Regel: alles entspannt machen, nicht zu krampfig; Ölziehen ist nicht anstrengend
  • Ausspucken in ein Papier und mit dem Hausmüll entsorgen, damit der Abfluss nicht verstopft
  • Danach Zähne putzen

Im Selbsttest: Ölziehen – Ja oder Nein?

Eine Woche lang habe ich also jeden Morgen das Olivenöl durch meinen Mund gezogen. Am ersten Tag war es ziemlich unangenehm. Wie beim Zahnarztbesuch, bei dem man den Mund weit aufgerissen lassen muss und gerade weil man es nicht darf, krampft und schluckt. Aber nach den ersten beiden Tagen war es dann auch schon ganz normal. Ziehen und schlürfen bis der Arzt kommt, jeden Morgen. Ich habe mir einfach einen Timer auf 20 Minuten gestellt und die gingen dann auch schneller rum als gedacht. Dabei kann man alles ganz normal machen: am Handy texten oder das Zimmer aufräumen. Nur das Reden fällt weg und gerade diesen Punkt fand ich erstaunlicherweise gut. Durch die 20 Minuten bewusste Zeit für mich selber hatte das Ölziehen fast schon etwas meditatives. Ein bewusster Akt am Morgen, den ich nur für mich und meine Gesundheit mache. Nach dem Ausspucken musste ich dann immer gründlich mit Wasser nachspülen und habe mir die Zähne geputzt. Dadurch habe ich mich dann auch noch ziemlich reinlich gefühlt. Denn für mich gibt es nichts schlimmeres, als mit dem Gefühl rauszugehen, keinen frischen Atem zu haben, vor allem in COVID-Zeiten ist man dann auch selber noch Leidtragender, wenn man sich pausenlos selbst anhaucht.

Ölziehen, Yes! Klar sieht man nach einer Woche noch keine riesigen Erfolge. Gefühlt habe ich aber schon strahlendere Zähne und fühle mich einfach gesünder. Und alleine des Rituals wegen freue ich mich jetzt jeden Morgen aufzustehen und eine Kleinigkeit für mich selbst zu tun.

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Bildquelle: Pexels; CCO-Lizenz

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.