Nika Irani tritt #Deutschrapmetoo-Welle los

Nika Irani

TRIGGERWARNUNG: In diesem Text geht es um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung.

Nika Irani hat am Dienstag (15.06.2021) öffentlich den Rapper Samra des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Unter dem Hashtag #deutschrapmetoo fällt der Fall mittlerweile hohe Wellen. Bei der daraus entstandenen Debatte auf Social Media wird eins deutlich: Frauen wird nicht geglaubt, wenn sie den Mut haben über ihre Erfahrung zu sprechen. Stattdessen werden sie diskreditiert und der (mutmaßliche) Täter in Schutz genommen. Wann wird Opfern von sexueller Gewalt endlich Glauben geschenkt, ohne die (rechtliche) Unschuldsvermutung dem Täter gegenüber vorzuschieben?

Am Dienstag machte Nika Irani über ihren Instagram-Account @playgirlnikaa ihre negative Erfahrung mit dem Rapper Samra öffentlich. Da ihr Account jedoch kurz darauf gelöscht wurde, veröffentlichte sie über @playgirlnikaaaaa erneut alle Informationen – sie lasse sich nicht mundtot machen (mittlerweile ist ihr alter Account wieder aktiviert). Sie erhebt schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Samra. So habe sie sich im Juli 2020 mit dem Rapper getroffen und wurde beim zweiten Treffen in seinem Studio sexuell misshandelt. Er habe sie aufs Bett geschubst, ihre Unterhose zerrissen und sie gewürgt. Obwohl sie mehrmals “nein” sagte, habe er nicht aufgehört und sie habe alles weitere über sich ergehen lassen. Die Anschuldigungen sind schwer, das ist klar. Doch wie sehr der Rapper verteidigt wird und die Schuld auf Nika geschoben wird (hello victim blaming) zeigt auf, wie schwer es Frauen immer noch haben über sexuelle Gewalterfahrungen (öffentlich) zu sprechen.

Bild: @playgirlnikaa • Instagram-Fotos und -Videos

Falschanschuldigung?

Es ist unfassbar traurig und beängstigend wie Nika Irani, die Opfer sexueller Gewalt wurde, kein Glauben geschenkt wird. Es bleibt unverständlich, wie viele Menschen davon ausgehen, dass solche Anschuldigungen gemacht werden, um Berühmtheit oder Aufmerksamkeit zu erlangen. Dabei würde sich doch niemand absichtlich so etwas ausdenken und sich dem Hass aussetzen, einzig und allein um… ja, was eigentlich? Kennt man irgendeine, die Profit aus einer Falschanschuldigung geschlagen hat? Mir ist niemand bekannt. Aber jetzt mal im Ernst, wenn man auf Follower*innen aus ist, dann lässt man sich doch einfach etwas Harmloseres einfallen, um Aufsehen zu erregen. Sexueller Missbrauch war und ist kein Mittel, das je zu Ruhm und Geld geführt hat. Im Gegenteil, denn das dadurch verursachte Trauma begleitet Betroffene meist ihr Leben lang und könnte durch keinen Ruhm oder Geld der Welt wettgemacht werden.

Denkt intersektionalen Feminismus und setzt sich für Gleichberechtigung jeglicher Form ein. Nach ihrem Studium der Theater- und Kommunikationswissenschaft baut sie sich jetzt – auf dem Weg zur Schauspielerei – ein zweites Standbein als Autorin auf.