10 Fragen, 10 Antworten: Wer sind diese Reichsbürger und was machen sie?

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Die neue Zahl des Verfassungsschutzes ist erschreckend: In Deutschland gibt es etwa 16500 sogenannte Reichsbürger. Unter ihnen sind um die 900 Rechtsextremisten. Wir denken bei Reichsbürgern an Verrückte aus dem Fernsehen, die in ihrem Garten ein Schild mit den Worten “Freies Deutschland Hoheitsgebiet” aufgestellt haben und Personalausweise des Königreich Deutschland in die Kamera halten. Wen der Verfassungsschutz beobachtet, der scheint aber nicht zu belächeln zu sein. Wer sind die also wirklich und woher kommt diese in unseren Augen absurde Idee und noch viel absurdere Anzahl?

ZEITjUNG hat nachgefragt. Und zwar beim Reichsbürger-Experten Dirk Wilking, der im brandenburgischen Institut demos schon viele Jahre an dem Thema arbeitet und das Buch “‘Reichsbürger’. Ein Handbuch” herausgebracht hat. Der Experte hat all die Fragen beantwortet, die uns beschäftigen. Denn wenn schon so viele Reichsbürger unter uns sind, müssen wir auch Bescheid wissen.

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    Wer sind sie?

    Dirk Wilking: Reichsbürger sind Gruppen, derzeit ungefähr 40 in Deutschland, die die Existenz der Bundesrepublik bestreiten und ein älteres System rechtlich für gültig erklären. Das kann z.B. die kaiserlich-königliche Donaumonarchie oder auch ein selbst erfundenes Königreich sein, sie beziehen sich auf unterschiedliche Rechtsformen. Nur einen geringen Teil, etwa so im Bereich von 10 Gruppen oder weniger, kann man als rechtsextrem bezeichnen. Die beziehen sich auf Gesetze und Verfassungen der NS-Zeit. Der Rest ist eher unter “sonderbar” zu verbuchen. Gemeinsam haben sie alle, dass sie extremistisch sind. Das heißt, sie lehnen die bundesdeutsche Verfassung und die Grundwerte der Demokratie ab. Ihr gemeinsames Feindbild ist also die Bundesrepublik Deutschland.

Mir wurde die Faszination für Worte in die Wiege gelegt. Direkt neben meine Vorliebe für alles, was mit Gefühlen und Zwischenmenschlichem zu tun hat, Mode und französische Filme. Aus der Wiege in der fränkischen Heimat ging es für mich mit dem Vorhaben, all meine Vorlieben in einen Beruf zu packen, ins Schwabenländle. Mit einem Winter in irischen Pubs, einem Sommer in der Isar und bald einem Bachelor im Gepäck lasse ich mich nun überraschen, wie brotlos meine Kunst wirklich ist.