Was passierte, als ich alleine auf ein Festival fuhr
Später sitze ich bei stürmischem Wind auf dem Deck der Fähre, die unseren Zug von Dänemark nach Deutschland bringt. Ich höre „My Hero“ und trinke ein letztes Tuborg, das auch nach fünf Tagen noch irgendwie runtergeht. Mir kommt es vor, als wäre ich drei Wochen weggewesen. Mindestens. Ich freue mich, dass die Unwirklichkeit mit jedem Kilometer verblasst und ich wieder der Realität entgegen fahre. Gleichzeitig bin ich wehmütig. Schon jetzt, wie ich da so sitze, am Bier nippe und der Wind trotz meiner Kopfhörer in meinen Ohren rauscht. Ich weiß, dass ich Glück hatte, schnell Menschen kennenzulernen auf meinem Alleine-auf-dem Festival-Abenteuer und dass es sich deswegen nicht so angefühlt hat, als wäre ich ohne Begleiter dort gewesen. Ich weiß, dass es auf seine Art magisch war, wie wir im norddänischen Nirgendwo tagelang zusammensaßen, einige der besten Konzerte besuchten, die ich je gehört habe, und immerzu Tuborg tranken. Ich weiß, dass es definitiv nicht mein letztes Roskilde-Festival war. Schließlich sagen nicht umsonst alle, dass man, einmal dagewesen, auf jeden Fall wieder kommen wird. Und ich weiß, dass ich Annika besuchen werde. Irgendwann.
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Bildquelle: privat