Scheißt doch einfach auf Toilettenpapier – der Umwelt zuliebe

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Nachhaltigkeit ist wichtig, die Diskussion über Umweltfragen ist groß. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken um den Schutz dieses Planeten, aber habt ihr euch schon einmal Gedanken über euren eigenen Toilettenpapierverbrauch gemacht oder besser gesagt, habt ihr die Nutzung desselben allgemein hinterfragt? Ich auch nicht, bis ich nach Südostasien reiste.

Beginnen wir mit einigen Fakten am Beispiel der USA: Wie PLAID ZEBRA berichtet, werden in einem Jahr 15 Millionen Bäume gefällt, umgerechnet 1.792.723.703,26 Liter Wasser, sowie 253 Tonnen Chlor allein für die Herstellung von Klopapier verbraucht. Ja, das alles passiert, wortwörtlich für’n Arsch. Und damit nicht genug, die Elektrizität, die dabei draufgeht, dürfen wir nicht vergessen: In den USA liegt diese bei 17,3 Terawatt jährlich. Das sind Zahlen, die einen erstmal erschlagen, aber was können wir tun, um dem Toilettenpapier-Wahnsinn ein Ende zu setzen?

 

In Kambodscha benutzt man Popoduschen

 

Die Benutzung von Toilettenpapier ist schließlich nicht in der ganzen Welt verbreitet, in Südostasien zum Beispiel, benutzt niemand Toilettenpapier und man findet es auch nirgends, außer dort, wo Touristen sind. Es gibt also Alternativen, aber wie so oft, wenn wir etwas von klein auf eingebläut bekommen, ist eine Umstellung schwierig für uns, ja oft erscheint sie uns sogar unmöglich. Doch warum eigentlich?

Als ich vor nicht all zu langer Zeit in Kambodscha unterwegs war, wurde ich genau mit diesem Thema konfrontiert. Ich mietete mir ein paar Nächte in einer Eco-Lodge inmitten des Waldes. „Eco“, der Ausdruck schaffte mir sofort ein reineres Gewissen, hatte ich doch schon so oft während meiner Reise meinen Unmut über den irrsinnigen Plastikverbrauch geäußert. Doch das ist ein anderes Thema. Ich betrat das Bad, um natürlich das zu tun, was man auf Toiletten so tut: Mein Geschäft zu verrichten. Und da sah ich es, das Schild, dass mir die Nachricht überbrachte, ich würde dazu ermuntert, die „Popodusche“ zu verwenden, sie sei hygienisch und erfrischend zugleich. Wenn ich es aber doch nicht ohne Toilettenpapier schaffen würde, könnte ich es an der Rezeption käuflich erwerben. Alles klar, ich bin ja offen für Neues und so, also probierte ich es, es klappte schon, irgendwie, aber damit auf Dauer anfreunden? Puh, das schien mir doch sehr weit weg, zumal der Hintern danach vielleicht schon sauber ist, dafür aber klatschnass! Aber der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und so war das auch meine letzte Erfahrung mit dieser nassen Alternative.

 

Es gibt umweltschonende Alternativen zu Toilettenpapier

 

Weiter zu den Alternativen, um die es sich lohnt, sich Gedanken zu machen. Denn haben wir uns das Toilettenpapier einmal angeschafft, so ist es noch nicht vorbei mit dem Ressourcenverbrauch. Das Zeug muss ja schließlich mitsamt Geschäft die Toilette heruntergespült werden und das mit einem gewissen Druck, sonst wird das nämlich nichts! Auch dabei fällt also ein enormer Wasserverbrauch an. Haben wir das Papier dann irgendwann verbraucht, so bleibt die Verpackung über. Plastik. Noch schlimmer. Eine weitere Alternative neben der „Popodusche“, die das wahrscheinlich effektivste Werkzeug darstellt, und die es jetzt wohl sogar unter dem Namen „HappyPo“ nachfüllbar in der mobilen Form gibt (kein Scheiß, ihr findet sie hier), ist das gute alte Bidet.

Von den Franzosen im 18 Jahrhundert erfunden, scheint es ja doch irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Uroma Irmgards Badezimmer ist damit vielleicht noch ausgestattet aber dein eigenes? Nö. Warum eigentlich? Es stellt eine ziemlich gute Alternative dar und funktioniert quasi so, wie die obige Popodusche. Eine weitere Variante hätten wir dann noch mit dem Dusch-WC. Das ist ein Toilettensitz mit einer Art Wasserhahnausstattung, die schon fest dort eingebaut ist und zwar unter der WC-Brille im hinteren Bereich. Hast du dein Geschäft verrichtet, so spritzt der Strahl direkt ins… eh, ja, du weißt schon. Durchaus effektiv, aber wohl die teuerste Variante, die dann irgendwann in Hightech-Versionen inklusive Sitzheizung oder Ähnlichem mündet. Aber das hat mit Nachhaltigkeit nicht mehr viel zu tun.

Und wenn dir das alles doch zu utopisch ist, dann greif wenigstens zu Recycling-Toilettenpapier, das schont zumindest die Umwelt, auch wenn die Wälder auch dafür letztendlich abgeholzt werden.

Nach zwei halbherzigen Semestern an der Uni war ich durch mit dem Thema Sozialwissenschaften. Die gute alte „Selbstfindung“ musste auch von mir in Angriff genommen werden. Vier Monate Arbeitsleben pur in Österreich und nochmal vier Monate Reisen in Südostasien später, fand ich meine tiefe Liebe für das Schreiben. Und sonst so? Ich bin auch noch unfassbar gut darin, teure Dinge zu verlieren, gerate oft unnötigerweise in Zeitnot und bin ein Profi im Analysieren. Wenn ich euch nicht gerade mit meinen Artikeln beglücke, bin ich in den Bergen, fange neue Perspektiven ein, reise durch die Welt oder verhelfe anderen Menschen zu ihren Reisen in ferne Länder. Oder aber ich tänzle mit einem verdammt guten Glas Rotwein durch die Küche, den Duft eines weltklasse Risottos in der Nase. Alles, bloß keine Monotonie.