Schlaflos? Ab in die Wildnis!

Camping Schlaf schlaflos

Der Schlaf, unser ständiger Begleiter. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend, nach einem Mittagsnap fühlen wir uns wie neugeboren und nicht umsonst wirkt „über etwas schlafen“ wahre Wunder. Es könnte alles so schön sein – wenn man denn tatsächlich schlafen kann, wann immer man will. Wir sind „Bürger einer übermüdeten Nation“, das titelt zumindest die „Welt“. Rund 7,5 Millionen Deutsche leiden an wiederkehrenden Schlafstörungen, 50 Millionen sind mit ihrem Schlaf mindestens unzufrieden. Schuld daran ist vor allem die Arbeitswelt. Wer in Nachtschichten arbeitet, kennt das Problem. Der Biorhythmus ist durcheinander, der Körper erkennt nicht mehr, wann es Zeit wird, müde zu sein. Blendende Handydisplays und LED-Lampen verdrängen das natürliche Licht – „Lichtverschmutzung“ nennt man das auch. Die sorgt für einen anhaltenden „Wach-Effekt“.

Als ob man betrunken wäre

„Die Anforderungen steigen und damit der Stress. Und die Arbeitswege werden immer länger, was oft zu früherem Aufstehen führt“, so Dieter Kunz, Chefarzt der Klinik für Schlaf- und Chronomedizin am St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin gegenüber der FAZ. Dabei kann Schlaflosigkeit böse Folgen haben: wer übermüdet ist, verhält sich wie ein Betrunkener. Hat mit Konzentrationsstörungen zu kämpfen, fühlt sich komplett ausgelaugt. Auf Dauer kann die ständige Übermüdung Depressionen begünstigen, Diabetes oder Übergewicht. Schlaflosigkeit kann dem Körper Schlimmeres antun als Alkohol und Zigaretten zusammen.

Ab nach draußen!

Aber es gibt Hoffnung: Forscher haben jetzt die wohl schönste Behandlung für Schlafstörungen entdeckt: Camping! Denn Zelten fördert einen gesunden Schlaf, bringt den Tag-Nacht-Rhythmus wieder in Ordnung und schon eine Woche reicht aus, um die natürliche innere Uhr wieder herzustellen. Wenn um 19 Uhr die Sonne untergeht und uns kein künstliches Licht wach hält, stellt sich die Müdigkeit ganz von selbst ein.

Wer nicht mal eben für eine Woche in die Wildnis verschwinden kann, sollte aber zumindest aufhören, kurz vor dem Schlafengehen noch auf dem Smartphone herumzuspielen. Künstliches Licht und so, ihr versteht? Und jetzt husch, ins Bett!

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Bildquelle: Julian Bialowas unter CC0 Lizenz