Schwächen akzeptieren, Stärke zeigen

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In unserer und vielen anderen Gesellschaften ist das offene Zeigen der eigenen Schwäche sehr negativ behaftet. Starke Menschen setzen sich durch und haben Erfolg, heißt es oft. Doch stimmt das wirklich? Sind wir wirklich schwach und automatisch weniger erfolgreich, nur weil wir Schwäche zeigen? Oder ist es vielleicht sogar umgekehrt? Ist nicht das Zulassen und Erkennen der eigenen Schwächen der erste Punkt, um diese zu überwinden? Wir finden ja! Kein Mensch ist perfekt und jeder kommt in seinem Leben in Situationen, in denen er auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Das zuzulassen, ist keine Schande, sondern zeugt oft sogar von Stärke. Denn nicht jeder ist in seiner Persönlichkeit stark genug, Unterstützung von anderen anzunehmen.

 

Bedeutet Gefühle zeigen Schwäche?

 

Ein ebenso verbreiteter Irrglaube. Menschen, die Gefühle zeigen, sind schwach. Besonders Männer glauben dieser Aussage und lassen aus diesem Grund den harten Kerl raushängen, auch wenn ihnen eigentlich mehr nach Heulen zumute ist.

Natürlich öffnen wir uns, wenn wir einem anderen Menschen gegenüber unsere Gefühle zeigen. Und ja, damit machen wir uns auch verletzlich. Aber ist es das nicht wert? Die Schmetterlinge im Bauch? Das Gefühl von endloser Liebe und tiefer Zuneigung?

 

Makel erkennen und daran arbeiten

 

Wir nennen sie jetzt mal gar nicht Schwächen, sondern Makel. Kleine Unebenheiten in unserer Persönlichkeit, die wir mit Geduld und Disziplin durchaus in den Griff kriegen können. Nehmen wir beispielsweise Lampenfieber. Fast jeder dürfte das Gefühl einer zittrigen Stimme und Schweißausbrüchen kennen, bevor man zum Beispiel ein Referat halten oder eine Rede vor einer Gruppe vortragen muss. Doch es gibt viele hilfreiche Tipps gegen Lampenfieber, die dabei helfen, aus dem unangenehmen Gefühl sogar Vorteile zu ziehen. Und das ist genau der springende Punkt. An den kleinen Schwächen in uns zu arbeiten, ist der einzige Weg, diese mit der Zeit zu überwinden oder sie zumindest ins Positive umzukehren.

Das gilt übrigens fürs Privatleben genauso wie für den Berufsalltag. Genau aus diesem Grund werden immer mehr Frauen in Führungspositionen eingesetzt. Auch wenn wir anscheinend immer noch eine gesetzlich festgelegte Frauenquote brauchen, um nicht nur Männer dort oben an der Spitze zu finden. Aber immerhin gibt es bereits Arbeitgeber, die erkannt haben, dass eine Frau ein ganz anderes Einfühlungsvermögen gegenüber ihren Mitarbeitern zeigt als ein männlicher Kollege. Und diese, von manchen unwissenden Männern als Schwäche bezeichnete Eigenschaft sorgt für ein ganz anderes Miteinander im Team, das im Endeffekt enorme positive Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben kann.

 

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Bildquellen: Beitragsbild: Steve wilson über CC BY 2.0