3 Jungs, 1 Segelboot, 1 Weltreise: Ibiza ist gar nicht mal so geil

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Drei Jungs on tour: Mit einer alten Segelyacht, einem Haufen Surfbrettern, frisch geschliffenen Kochmessern und einer gehörigen Portion Abenteuerlust auf großer Fahrt! Das sind Simon, Jens und Basti von SEASICK SAILING und ihr Ziel ist die Karibik, bitchachos!

Von Reichen und Schönen und einem nicht ganz so geplantem Partywochenende auf Ibiza. Die Jungs von Seasick sind mit ihrer Liv auf „the Island“ angekommen.

 

Donnerstag

 

19:30 Nach 4 Tagen Non-Stop-Segeln kommen wir auf Ibiza an und fahren in die große Bucht direkt neben Ibiza Stadt. Heute ankern wir nicht, sondern machen an einer Boje fest. Das gibt es öfter. Unter der Boje liegt ein 1-2 Tonnen schwerer Betonblock auf dem Grund, der hält das Boot. Ich fahre mit unserem Beiboot an Land, um zwei Freunde abzuholen, die extra wegen uns über’s Wochenende auf die Insel geflogen sind. Nach einigem Suchen sitzen wir dann zu siebt bei uns auf der Liv, schnacken, essen, und lauschen bei ein paar Getränken den neuesten Geschichten aus good old Germany. Als wir irgendwann in unsere Kojen fallen, haben Wind und Swell deutlich zugelegt, sodass die Wellen uns ordentlich durchschaukeln. Zusätzlich zu den zwei Leinen zur Boje droppen wir noch unseren Anker, als letzte Sicherheit, und versuchen zu schlafen.

 

Freitag

 

3:40 Uhr (nachts!) Keiner von uns drei Jungs schläft gut – maximal 15 Minuten am Stück. Andauernd stehen wir auf, schauen raus, beobachten, überlegen. Es scheint so, als würden wir abtreiben. Der Tiefenmesser zeigt teilweise nur noch 1,1 Meter unter dem Kiel. Ok, sofort rein in die Hochseeklamotten und Rettungswesten. Wir müssen hier weg. Als wir den Anker lichten wird klar, dass wir ohne ihn schon längst an der Klippe hängen würden…

6:20 Uhr. Endlich liege ich wieder in der Koje. Die letzten paar Stunden waren ganz schön anstrengend. Obwohl die Fahrt nur eine Bucht weiter, zur Marina Ibiza, schlappe 20 Minuten dauert, hat sie es in sich. Die drei Meter hohen Wellen kommen genau von der Seite und bringen Liv ordentlich ins Rollen. Unter Deck fliegt alles durch die Gegend. Dem ein oder anderen wird ein wenig schlecht. Als wir nach einigen Verständnisproblemen mit dem Hafenmeister schließlich in der Marina Ibiza festgemacht haben, realisieren wir, wie skurril die Szenerie eigentlich ist. Auf der einen Seite sind da wir, mit einem schönen, alten, 12 Meter langen Schiff. Völlig zugepackt mit Surfbrettern und allem möglichen Zeugs. Übermüdet, mit Überlebensanzügen und wohl ein wenig grün um die Nase. Der Rest der Marina (ein Hafen für Privatboote) passt da nicht so ganz ins Bild. Man ist es als Segler zwar gewohnt, des öfteren reichen Menschen auf teuren Booten zu begegnen, aber das hier ist schon krass! Die Motor- und Segelyachten um uns herum sind alle mindestens 30 Meter lang und dürften einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben. Dazu kommen noch ein paar richtig riesige Teile und dann gibt’s da noch die 150 Meter-Yacht vom Scheich von Saudi Arabien, ca. 100 Meter neben uns. Dementsprechend gestalten sich die Sanitäranlagen der Marina. Das freut uns, kurz. Viel mehr aber, dass es jetzt erstmal Rührei gibt, bevor wir endlich schlafen können!

 

Samstag

 

20:00 Uhr. Frisch geduscht und duftend warte ich bis der Rest der Crew ausgehfertig ist und nutze die Zeit, um nach zwei Tagen Ibiza mal wieder zu schreiben. Schön war’s, aber so ganz komme ich mit der Insel hier noch nicht klar. Kann sein, dass wir gerade zum falschen Zeitpunkt da sind. Die Saison ist quasi vorbei. Vielleicht haben wir uns auch nicht richtig darauf eingelassen. Keine Ahnung. Auf der einen Seite gibt’s hier viele Reiche und auch ein paar schöne, richtig geile Locations, Bars und vermutlich auch Clubs. Auf der anderen Seite sieht vieles einfach nur nach Lloret de Mar aus. Die Hübschen stehen vor den Bars und wollen dich zur Happy Hour überreden. Der Rest der Bagage sieht ganz schön fertig und verbraucht aus. Alkohol, Drogen und Techno – jahrelang – haben wohl ihre Spuren hinterlassen. Dass aus unserer geplanten Partyboat-Sauftour nichts wird, stimmt uns gar nicht so traurig. Es ist gerade alles sowieso nicht auf unserer Wellenlänge. Da hab ich jetzt mehr Bock auf’s richtige Spanien. Auf Tapas-Bars in denen niemand Englisch spricht oder dann auf die Kanaren, wo der Lifestyle noch ein wenig mehr laidback ist. Ich werde vermutlich nochmal her kommen, um mir ein richtiges Bild zu machen, aber die Fokussierung auf’s Geld und das „teuer sein“ ist mir hier zu groß und, dass David Guetta zweimal die Woche auflegt, ist mir halt ganz schön latte.

Jetzt geht’s los zu einem letzten schönen Abend zu siebt und dann mal sehen, wann es für mich das nächste Mal „back to the island“ heißt.

Unsere Abenteuer und lustigen Storys, zusammen mit jeder Menge Bilder gibt’s wie immer auf unserer Facebook-Page oder auf www.seasicksailing.com. Und den nächsten Tagebuchauszug hier bei ZEITjUNG gibt’s in zwei Wochen. Bleibt sauber und macht euch ‘ne schöne Zeit. Wir segeln raus auf den Atlantik und auf die Kanaren. Cheers, Basti.