Selbstversuch: Neue Routinen in den Alltag integrieren

Neue Routinen zu etablieren fällt nicht immer leicht, kann einem aber gut tun, wenn man es geschafft hat. Bild: Pexels

Die wenigsten von uns denken morgens darüber nach, ob sie sich nun die Zähne putzen sollen oder nicht. Es ist eine Gewohnheit. 66 Tage braucht unser Gehirn angeblich, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Dennoch fällt es uns nur allzu oft schwer, eine Sache in unser Leben zu integrieren, von der wir eigentlich wirklich wollen, dass sie ein fester Bestandteil unseres Alltags wird. Wie gut gelingt mir das? Ein Selbstversuch.

Ich hatte in den vergangenen Monaten häufig den Eindruck, dass mein Leben ein bisschen aus den Fugen geraten ist. Das ist nicht negativ gemeint, denn damit ging einher, dass ich Erfahrungen gesammelt habe, die ich sicher nicht gemacht hätte, wenn Routinen eine wesentliche Rolle in meinem Alltag gespielt hätten. Wenn ich die Sommermonate Revue passieren lasse, dann fällt mir rückblickend auf, dass ich eigentlich gar kein richtiges Zuhause hatte, weil ich fast die ganze Zeit über unterwegs war – heute hier, morgen dort.

Wie gesagt möchte ich die Momente, die ich dadurch erleben durfte, auch auf keinen Fall missen. Aber jetzt ist der Sommer vorbei. Der Herbst ist an seine Stelle getreten und wenn man die steigenden Corona-Zahlen betrachtet, drohen auch bald weitere Maßnahmen. Das heißt: Ich muss eine Zeit lang in einen weniger spektakulären Alltag zurückkehren. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn durch einen mehr als abwechslungsreichen Sommer, der von einem ständig wechselnden Umfeld und sich ständig ändernden Umständen geprägt war, sind Dinge auf der Strecke geblieben, die ich eigentlich sehr gern tue.

Ich möchte diese Dinge aber nicht nur aus dem Grund wieder mehr in meinen Alltag integrieren, weil sie mir Spaß machen, sondern auch, weil ich immer wieder merke, dass es mich erdet, eine gewisse Routine zu haben.

Da ich vor einigen Tagen umgezogen bin und somit endlich wieder an einem festen Ort lebe, habe ich mir frei nach dem Motto „Neuer Tag, neues Glück“ gedacht: Neue Wohnung, neues Leben. Und weil die Angst davor, dass Menschen im Internet einen Artikel über mein Versagen lesen könnten, mich hoffentlich dazu anspornt, eben nicht zu versagen, mache ich einen Selbstversuch aus der Sache, dessen Ergebnis ich mit euch teilen will. Also, folgende Dinge will ich mir (wieder) angewöhnen:

Meditation und Yoga: Ja, ich weiß, das ist nicht gerade individuell – aber als ich beides noch täglich gemacht habe, hatte ich tatsächlich das Gefühl, irgendwie wacher und auch ruhiger zu sein. Ich möchte also wieder jeden Morgen mindestens 30 Minuten Yoga machen bzw. meditieren.

Mehr Sach- und Fachbücher lesen: Immer wieder merke ich, dass es so viele Bereiche gibt, über die ich viel zu wenig weiß, die mich aber brennend interessieren. Ich habe aber de facto einfach nicht immer die Zeit, mir dicke Fachbücher zu kaufen und mich über den Irakkrieg, den Kapitalismus und die wissenschaftlichen Hintergründe der Klimakrise zu belesen. Darum habe ich mir die App Blinkist heruntergeladen, die ich jetzt ausprobieren will (keine Werbung!). Das Prinzip der App besteht darin, dass man eine prägnante Zusammenfassung der Kernaussagen von Sachbüchern bekommt, sich also relativ einfach relativ viel Wissen aneignen kann.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!