Selbstversuch: Tarotkarten

Tarotkarten legen, das kenne ich nur aus einem lila Zelt auf der Kirmes, und halte es dort für Schwachsinn. Ich wage also den Versuch und lege mir selber, wirklich und ganz ernst, Tarotkarten für mein Jahr.

Es ist kurz vor Neujahr und meine Freundin Katharina und ich wollten es endlich mal machen: Tarotkarten legen, obwohl wir uns nicht sonderlich auskennen. Ich bin aber sehr gewollt in die Tarotwelt abzutauchen und die Vorstellung, meinen Freund*innen bei Liebeskummer die Karten zu legen oder schwierige Entscheidungen für sie abzunehmen, ist verlockend.  

Ich bestelle also Tarotkarten auf Amazon, was sich sehr unmagisch anfühlt, und lese mich ein. Große Arkana, kleine Arkana, Stäbe, Kelche, Farben. Einen groben Überblick habe ich. Dann suche ich uns noch ein Legesystem heraus, mit dem Titel “Sprung ins neue Jahr”. Insgesamt sollen wir sechs Karten für jeden ziehen und jede davon hat eine bestimmte Bedeutung für das neue Jahr 2021. Ich sehe tausende andere Legesysteme. Liebt er/sie mich? Mit welcher Einstellung komme ich in der neuen Situation weiter? Für jede erdenkliche Frage also ein Patentrezept. Ich bin euphorisch, Tarot muss die Lösung sein. Später werde ich feststellen, dass es auch schocken kann.  

Als Kölnerin liebe ich jedes bunte, tratschige oder politische Thema. Daneben findet man mich auf der Yogamatte oder in der nächsten Eckkneipe, immer im Gespräch mit anderen Menschen.