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Stellungswechsel: So kannst du dich vor „revenge porn“ schützen

Unsere Sexkolumnistin gibt Tipps, wie ihr euch davor schützen könnt, dass eure Nacktfotos gegen euren Willen im Netz landen.

Sex und Feminismus, das passt nicht zusammen? Doch, wie unsere Kolumne „Stellungswechsel“ beweist. Nadine Kroll befasst sich mit den Fragen, die junge Menschen und speziell Frauen, die gerade ihre Sexualität entdecken, ganz besonders beschäftigen. Es geht um gesellschaftlichen Wandel, Selbstbestimmtheit, neugewonnene Freiheiten, Frauenrechte und natürlich ums Ficken, kurz: um sexpositiven Feminismus und darum, dass sich niemand für seinen Körper oder seine Vorlieben schämen muss.

 

Ich glaube, dass die überwiegende Mehrheit von uns schon mal ein Selfie von sich selbst gemacht hat, auf dem er oder sie unbekleidet ist. Nicht unbedingt, um es im Anschluss auch zu verschicken, sondern einfach nur so, aus Interesse und Neugier. Vielleicht aber auch, um mal zu schauen, wie man nackt eigentlich so auf Fotos aussieht oder um die eigenen Brüste in einem Moment festzuhalten, in dem sie noch nicht Opfer der Schwerkraft geworden sind.

Ersteres war zumindest bei mir der Fall, als ich mein erstes Nacktfoto von mir selbst schoss. Damals gab es allerdings noch keine Smartphones oder überhaupt Telefone, mit denen man Fotos in halbwegs anständiger Qualität machen konnte. Ich nutzte also eine Einwegkamera dafür, ohne mir darüber Gedanken zu machen, dass dann ja der Typ im Fotolabor meinen nackten Arsch sehen konnte. Es war mir beim Abholen der Bilder dann schon kurz peinlich, doch heute ist es mir glücklicherweise egal.

Ich bin happy mit mir und meinem Körper und schäme mich nicht dafür, mich nackt zu zeigen. Wenn ein Exfreund oder eine Exfreundin von mir also der Meinung ist, er oder sie müsste irgendwelche Nacktbilder von mir ins Internet stellen, dann sollen sie das doch bitte tun. Da ich als Sexkolumnistin meine Brötchen verdiene und mich sowieso den ganzen Tag mit Nacktheit und Ficken beschäftige, können mir aus solchen Aufnahmen auch keine beruflichen Nachteile entstehen.

Entblößte Rache

Dennoch ist es natürlich nicht okay, die Nacktfotos von anderen Menschen ohne deren Erlaubnis einfach ins Netz zu stellen. Passieren tut das allerdings trotzdem oft. Das Phänomen trägt sogar einen Namen: Revenge Porn, also Rachepornografie. Für Betroffene ist es trotz eindeutiger Gesetzeslage in Deutschland nahezu unmöglich, solche privaten Aufnahmen wieder von diversen Websites entfernen zu lassen – sofern sie überhaupt davon erfahren, dass Nacktaufnahmen von ihnen im Internet kursieren.

Safer Sexting

Weil aber „Dann mach und verschick doch einfach keine Nacktaufnahmen von dir!“ nicht die ultimative Lösung eines kriminellen(!) Problems ist und Sexting auch einfach eine Menge Spaß macht – nicht nur in Fernbeziehungen – habe ich ein paar Tipps für euch, wie ihr euch vor Revenge Porn schützen könnt, ohne dabei auf heiße Aufnahmen von euch verzichten zu müssen.

Schicke Nacktfotos nur an Menschen, denen du vertraust!

Ein Nacktfoto an den Aufriss aus dem Club von letzter Nacht schicken oder den Typen, den man erst vor drei Tagen auf Tinder gematcht hat? Lieber nicht. Unbekleidete Aufnahmen von dir solltest du nur an Leute schicken, denen du vertraust, dass sie damit keine Dummheiten vorhaben oder dir schaden wollen.

Sorge dafür, dass du auf den Fotos nicht identifizierbar bist!

Du hast auffällige Tattoos, ein Muttermal an einer besonderen Stelle oder andere Merkmale, die dich auf den Fotos identifizierbar machen? Dann solltest du dafür sorgen, dass diese Merkmale – genau wie dein Gesicht – verdeckt oder versteckt sind, bevor du den Auslöser drückst. So kann dich niemand identifizieren, sollte ein Nacktfoto von dir vielleicht doch mal gegen deinen Willen im Netz landen.

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