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In Südkorea zerstören gerade reihenweise Frauen ihre Make-Up-Produkte

Es ist ein kleiner Protest gegen die krassen Schönheitsideale, die in Asien herrschen. Und in gewisser Weise auch gegen das Patriarchat.

Im Westen wird Südkorea wahrscheinlich als erstes mit „Gangnam Style“ verbunden. Ein buntes und glitzerndes Land voller Aufregung und einer Lebensstruktur, den man in Deutschland eher nicht gewohnt ist. Kulturelle Einflüsse finden sich längst im Westen, egal ob in Film, Fernsehen oder Musik. Einige Bands finden haben ihren Weg in den Westen gefunden, und brechen einen Rekord nach dem anderen, vor allem auf YouTube. Das Konzert der Gruppe BTS in Berlin war nach weniger als neun Minuten ausverkauft. Nicht wegzudenken ist auch die Technik, die hierzulande seit Jahrzehnten genutzt wird. Die Liste, warum das Land so sehr auf dem Vormarsch ist, lässt sich ins Unendliche fortsetzen.

 

Visuelles steht im Vordergrund

 

Ebenso verbindet man mit dem Land auch den visuell hochgradig ambitionierten Lifestyle vieler Menschen. Und genau hier liegt das Problem. Wer einen Blick ins Land wirft, sieht in erster Linie wunderschöne Menschen. Und das kommt nicht von irgendwo her – der extreme Aufschwung des Landes lässt sich mit genau dieser Mentalität erklären: extremer Fleiß. Es ist zwar ein Klischee, das mit vielen asiatischen Ländern in Verbindung gebracht wird, doch anders lässt es sich nicht erklären, wie es das Land geschafft hat, nach dem Koreakrieg von einem der ärmsten Länder der Welt zu einem exportstarken Industrieland aufzubauen, das wirtschaftlich (am BIP gemessen) etwa auf demselben Stand wie Spanien ist, und auf dem Human Development Index (HDI) inzwischen vor Frankreich liegt. Doch mit all dem Fleiß und dem Durchsetzungsvermögen kamen auch extrem hohe Standards mit, und davon war das Aussehen nicht ausgeschlossen.

 

Extrem hohe Schönheitsstandards

Wie viel Wert auf Schönheit und Äußeres gelegt wird, wurde unter anderem an der 10-Step-Skincare-Regimen sichtbar. Diese stark reglementierte Beauty-Routine erlangte dadurch große Aufmerksamkeit, weil sie – wie der Name schon sagt – aus ganzen zehn Schritten besteht, um sich abzuschminken und einzucremen – jeden einzelnen Abend vor dem Schlafen gehen. Für uns klingt das vielleicht befremdlich, für viele Frauen in Südkorea ist das Normalität.

Dazu kommt, dass Südkorea weltweit die höchste Rate an Schönheits-OPs hat. Etwa eine von drei Frauen zwischen 19 und 29 Jahren hat sich unters Messer gelegt, hin und wieder hört man von Eltern, die ihren Kindern solche Prozeduren zum Geburtstag schenken. Diese OPs basieren auf lange zurückliegenden Schönheitsidealen, die sich mit heutigen Standards eigentlich nicht mehr vereinbaren. Und trotzdem ist diese „Tradition“ bis heute bestehen geblieben – etwas, gegen das sich einige Frauen jetzt wehren wollen.

 

Escape the Corset

 

Unter dem Hashtag #탈코르셋, was sich in „#Escape the Corset“ übersetzen lässt, zerstören nun tausende Südkoreanerinnen ihre Make-Up-Produkte und laden Bilder von ihren ungeschminkten Gesichtern hoch, manche schneiden sich auch ihre Haare kurz. In einem Land, das bei Frauen so viel Wert auf traditionelle Schönheit legt, ist das definitiv ungewöhnlich. Und in gewisser Weise wehren sie sich auch gegen das Patriarchat. Männer sind – wie in den meisten asiatischen Ländern – den Frauen immer noch sehr übergeordnet, und festgefahrene Rollenklischees halten sich bis heute. Auch die #MeToo-Bewegung hat in Südkorea viel später Fuß fassen können als etwa in den USA oder Europa, obwohl Fälle seit Jahren bekannt waren. #EscapeTheCorset schließt sich somit neben #MeToo als Teil an eine Reihe größerer Bewegungen für weniger Geschlechterdiskriminierung ein – die letzten waren die Anti-Spycam-Proteste, bei denen sich Frauen gegen die zunehmende sexuelle Belästigung durch versteckte Kameras wehrten, und stärkere Maßnahmen forderten. Und mit hiermit fangen sich die Frauen an zu wehren – in kleinen, aber sicheren Schritten.

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#탈코전시 #탈코르셋 #탈코전시 #탈코 #탈코르셋은해방입니다 #탈코르셋인증 #탈코전후 스무살 되자 마자 "선물"받은 쌍수 후 23살까지의 나는 코르셋에 고통받았다. 늘 숏컷이었던 머리를 "기를 자유"와 "화장할 수 있는 자유"를 누리게 되었지만 그 때의 나는 아픈 사람이었다. 화장 없이 집 앞 편의점 가기도 꺼려 마스크를 꼈고 화장하느라 수업에 늦어 D를 받은 적도 있다. 화장하기 귀찮아서 시험 째서 F 받은 것도 있네. . 미디어에서 보여주는 마르고 탄탄한 여성의 몸이란 환상에 속아 163에 43이 내 목표 "스펙"이었다. 하루에 한끼만 먹거나, 두유만 2주를 먹거나, 두시간씩 싸이클을 타고, 폭식증에 걸렸다. 음식에 집착하고 즐기지 못했고 먹을 때 마다 죄책감에 시달렸다. 하지만 부모님과 친구들이 예쁘다고 해주는 말에 보상받는다고 느꼈다. 그러나 행복하지 않았다. 일주일에 단 한번, 보상데이에만 사람답게 사는 기분이라고 느꼈다. 병원에서 혈압을 재며 '저혈압일 수록 마른거라던데…' 하며 저혈압이 아님을 안타까워 했다. . 돌이켜보면 나는 정말 스스로를 혐오했다. 자해하고 고통받았다. . 탈코 전 폰 갤러리를 훑어보면 풀메이크업+무해한 표정+쮸쀼뀨 하는 포즈+풀착장 한 셀카나 음식 사진 뿐이다. 그때 내가 무엇을 좋아했고 날씨는 어땠고 하루를 어떻게 보냈는지 전혀 남아있지가 않다. 어설프게 머리만 자르면 탈코인 줄 알았던, 내적탈코가 전혀 없던 2018년의 나도 있었다. 여전히 화장품을 못 버리고 탈색을 못놓고 입술 혈색을 못 놓아 늘 색깔 있는 립밤을 들고 다녔다. 비교해보면 머리 길 때의 나와 다를 바도 없다. 오히려 더 유해하다. 속으로는 나는 탈코했어! 라고 믿고 여성인권 운동을 늦추고 있는 장애물이었으니까. . #불편한용기 시위를 다녀왔다. 이대에서도 당시 많이 보기 힘들었던 탈코 성림들이 많았다. 모두 자유롭고 당당해보였다. 그 곳에선 얼굴에 분칠한 사람들이 가면무도회장에서 온 듯 어색해보였다. 그리고 삭발 퍼포먼스를 보았다. 같은 여성의 피눈물 섞인 외침이 직격타였다. 내가 진보하지 않으면 나 뿐만 아니라 다른 여성도 후퇴한다는 생각이 들었다. 그래서 투블럭을 쳤고 입술색도 버렸다. . 최근 갤러리를 보면 하늘 사진, 동물 사진, 내가 경험한 일상들 사진, 페미니즘 사진, 가끔 기록용ㅋ 내 사진들이 주를 이룬다. 좆돌+메이크업+셀카만 가득하던 과거와 대조된다. 이제야 내가 누군지 갤러리만 봐도 쉽게 알 수 있다. 내 삶의 발자국을 똑바로 볼 수 있고 하루하루를 의미있게 산다. 누군가는 탈코르셋이 한가지 형태가 아니라고 한다. 투블럭해야 탈코야? 화장 안해야 탈코야? 피어싱은? 문신은? 왜 같은 여성을 검열해? . 이런 말을 하는 사람들의 공통점은 하나다. 다른 여성보다 예쁘고 싶다는, 다른 여성을 누르고 우위에 서고 싶다는 마인드를 못 버린 사람들이다. 같이 나아가고 싶다면 한 여성도 더 이상 잃을 수 없다는 마음이라면 탈코르셋에 대해서 검열 운운하며 자신만 생각하는 말을 쉽게 내뱉을 수 없다. . 내가 길게 쓴 과거 회록들을 보면 과연 검열은 누가 하는 것인가? 내 스스로도 아니고 같은 여성들도 아니다. 사회가 만든 여성성에 몸을 구겨넣게 만드는 미디어와 가부장제 기득권자들 등 즉 구조이다. 그렇다고 구조만 탓할 수 있는가? 구조 속에서 부역하고 있는 나도 또한 구조의 받침대일 뿐이다. 무언가를 부수고 변화하고 새로 만들고 싶다면 내가 변해야한다. 자신도 바꾸지 못하는 사람들이 무엇을 바꿀 수 있겠는가? 탈코르셋은 그저 시간적 비용적 절약같은 편리함이란 개인적 차원을 넘어선 사회적 운동이고 고귀한 저항정신을 담은 여성들의 운동이다. 이에 대해 개개인의 핑계, 나약함을 앞세워 방해한다면 과연 누가 여성 억압에 기하는가? 끊임없이 성찰하고 나아가려면 세상을 똑바로 봐라. 탈코하고 운동하는 여성들을 타자화하지말라. Where changes begin, 바로 당신이다. 마지막은 나랑 퀴퍼ㅋ 부터 스까 좆덕질을 거쳐 래디컬 웜년이 된 내 친구 세경이ㅋㅋㅋㅋㅋㅌㅌㅋㅋㅋㅋㅋㅋㅌ

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