Trash-TV-Zuschauer*innen sind überdurchschnittlich gebildet

Popcorn

Eine (meist südländische) Villa, eine Gruppe von mehr oder wenig bekannten Darsteller*innen, die sich für nichts zu schade sind, jede Menge nackte Haut, Alkohol rund um die Uhr und natürlich haufenweise Drama. Dafür ist Trash-TV bekannt.

In Deutschland locken Formate wie Bachelor oder Bachelorette, das Sommerhaus der Stars, das Dschungelcamp, Adam sucht Eva und Co. jeden Abend Millionen von Zuschauer*innen vor die Bildschirme. Und auch Streaming-Dienst Netflix entdeckt Trash-TV-Formate immer mehr für sich. Die zweite Staffel von „Too Hot to Handle“ schoss direkt auf Platz eins der aktuell meistgeschauten Netflix-Serien in Deutschland. Aber bedeutet das, die Welt verdummt immer mehr? Warum schauen wir Trash-TV?

Faszination Trash-TV

Die Gründe, warum jemand Trash-TV konsumiert, können natürlich je nach Typ unterschiedlich sein, wie auch eine Studie der internationalen Data and Analytics Group „Yougov.de“ zeigt. In einer Umfrage gab jede(r) fünfte Zuschauer*in der Sendung „Dschungelcamp“ an, sich den RTL-Erfolgshit zu schauen, um sich über Teilnehmer*innen lustig zu machen. Dahinter folgten die Begründungen „Wegen den Dschungelprüfungen“ (19 Prozent), „Mir gefällt die Sendung“ (16 Prozent) und „Wegen der Moderatoren (14 Prozent). Weitere Antwortmöglichkeiten waren „Um im privaten und beruflichen Umfeld mitreden zu können“, „Wegen eines bestimmten Kandidaten“, „Weil ich Fan eines Kandidaten bin“ und aus „anderen Gründen“. In diesem Zusammenhang kann von einer Art erweitertem Voyeurismus gesprochen werden (die allgemeine Lust am Beobachten von Personen). 

Die große Mehrheit (44 Prozent) gab an, es nicht zu wissen, warum sie das Dschungelcamp anschauen.

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.