Gender-Shopping – Unisex-Mode nimmt Abschied von Stereotypen

Unisex Collection

Welche Frau ist nicht schon ohne schlechtes Gewissen in der Männertoilette verschwunden, wenn die Schlange vor dem Damenklo wieder kein Ende nehmen wollte? Mittlerweile ist auch Unisex-Mode so normal geworden, dass man sie kaum mehr wahrnimmt – Vor allem in Modemetropolen wie Berlin oder New York bedienen sich Männer schon länger an Skinny Jeans, während Frauen Herrenpullover in lässige Kleider verwandeln. Deshalb sollte sich frau auch schleunigst in die Männerabteilung begeben.

Eleanor Robinson, die die Menswear der britischen Kaufhauskette Selfridges managt, ist schon lange von einem genderneutralen Shop-Konzept überzeugt: Die britische Kaufhauskette Selfridges hat im März in der Londoner Oxford Street einen Pop-Up-Store mit drei Stockwerken voller Unisex-Kleidung eröffnet. Wer einen genderneutralen Look in Deutschland sucht, muss einfach nur die Abteilung wechseln.

 

Unisex holt den Laufsteg nach Hause

 

Auf den Laufstegen kommen laut Vogue in diesem Winter sogar Rollkragenpullover zurück, die nun in einer XXL-Variante als Kleid getragen werden. Wer keine Unsummen in die Retro-Varianten von Chanel investieren will und die Schnäppchenjagd am Black Friday und Cyber Monday verpasst hat, sollte sich schnell in die Männerabteilung begeben. Hier steht Entspannen auf dem Programm: Keiner wühlt sich durch Unterwäsche und Nagellack oder haut seinem Nachbarn dabei die Ellbogen in die Seite. Außerdem ist immer eine Kabine frei und man muss nicht ewig an der Kasse anstehen. Denn trotz aller Diskussionen um Geschlechternormen: Frauen bummeln, Männer kaufen.

 

Keine Frage der Figur

 

Als Frau in der Männerabteilung zu shoppen hat noch einen weiteren Vorteil: Hier werden große Frauen mit Kurven genauso fündig wie kleine, zierliche Frauen. Bei den Oberteilen hat frau die freie Auswahl – Die Pullover passen sich jeder Figur an. Frauen jenseits der 1,65 Meter können sie sogar als Kleid tragen. Ein Gürtel verleiht dem Ganzen noch einen strukturierten Look. Wer schon mal den Style mancher Hipster-Mädchen näher untersucht hat, erkennt auch die Hemden in der Businessabteilung wieder – unter einem Oversize-Pullover und mit groben Boots kombiniert. Dass sich frau in Männerkleidung nicht verunstaltet, beweist schon die Boyfriendjeans: Der Boyfriend-Style wurde u.a. von Katie Holmes geprägt und wirkt bis heute noch lässig, sexy und weiblich.

 

Die Kunst des Kombinierens

 

Wer als Frau im Büro nicht aufgerüscht, sondern angezogen aussehen möchte, ist mit dem Dandy-Look gut bedient: Mit einem schwarzen Anzug und einem weißen Hemd aus der Businessabteilung für die Herren der Schöpfung liegt frau voll im Unisex-Trend. Damit man damit nicht wie ein Drag King aussieht, sollte man den Stil brechen, z.B. mit einem femininen langen Jackett oder einem blumigen Seidentuch. Wer lieber gemütlich von zu Hause aus einkauft, wird bei der Suche nach lässigen Pullovern oder Schuhen mit Derbyschnitt auch in Onlineshops wie Fashionchick fündig. Um Marlene Dietrichs androgynen und zugleich weiblichen Look zu übertrumpfen, braucht es dann nur noch einen Hut oder einen Kurzhaarschnitt.


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Titelbild: Marc-M. Menden unter cc-by-sa 2.0