Hast du schon gehört? Warum Gossip gesund ist

Mädchen sitzen auf der Couch und tuscheln

„Boah, der neue Chef geht echt gar nicht! Und wie der mit der Praktikantin umgeht! So ein Proll!“

Gebt es zu, selbst wenn ihr nicht exakt diesen Satz schon mal gesagt habt, dann doch zumindest etwas Ähnliches. Lästern tun wir alle, auf die eine oder andere Art. Sei es im Job, im Studium, im Freundeskreis oder auf der Familienfeier. Und obwohl wir alle wissen, dass man es eigentlich nicht macht, lassen wir uns doch immer wieder dazu hinreißen. Aber warum eigentlich? Und was macht Lästern mit uns?

Es ist schon komisch, wenn man mal drüber nachdenkt. Menschen, die lästern, sind entweder der Mittelpunkt jeder Party oder werden kritisch beäugt und gelten als Tratschtante. Dazwischen gibt es nicht viel.

Objektiv wird Lästern oft als negativer Charakterzug abgetan. Man redet nicht über andere! Aber subjektiv tut es doch jeder. Woran liegt das?

Wer lästert, lebt länger

Zumindest war das früher so, behauptet der britische Evolutionspsychologe Robin Dunbar von der Universität in Oxford. Seiner Meinung nach hatte Lästern durchaus eine Funktion im Zuge der Evolution. Denn das Herziehen über andere Menschen stärkt das Zugehörigkeitsgefühl. Und wer sich weniger alleine fühlt, hat weniger Ängste, fühlt sich wohler und lebt im Endeffekt sogar länger.

Die Logik ist relativ einfach. Denn Lästern hat denselben Ursprung wie das einfache Geschichtenerzählen. Und wer gute Geschichten erzählt, hat viele Sozialkontakte und somit eine höhere Lebenserwartung.

Doch auch auf unser Stresslevel hat das Lästern eine positive Auswirkung. Wissenschaftler der University of California in Berkley haben herausgefunden, dass das Lästern unter Freunden unsere Pulsfrequenz deutlich senkt. Vermutet wird, dass es daran liegt, dass wir Frust abbauen.

Doch durch die Epochen hinweg konnte einem das Lästern auch schnell zum Verhängnis werden. Auch wenn gerade Hofdamen und sogar Könige große Fans des Gossip waren, so war er unter den normalen Bürgern als ehrlos verschrien.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.