Liebe Parteien, was tut ihr eigentlich für den Klimaschutz?

Kind auf den Schultern des Vaters schaut über einen Bergsee

In sechs Wochen sind Wahlen, das wissen wir mittlerweile alle, nur in welches Kästchen soll man eigentlich sein Kreuz setzen und welche Themen sind relevant? Wir haben uns für euch die Arbeit gemacht und die Parteiprogramme der wichtigsten Parteien nach dem durchforstet, was wirklich interessiert: Inhalte

Heute zum Thema: Klimaschutz

CDU/CSU

Spätestens seitdem Armin Laschet mit #Laschetlacht in den sozialen Medien einschlug, wie einst Apollo 11 in die Mondoberfläche, interessiert sich natürlich auch die CDU/CSU für die Rettung des Klimas. Dabei setzt die Partei jedoch weniger auf die so häufig kritisierten Verbote, sondern eher auf Anreize. Denn wo kämen wir denn da hin, wenn man sich für die Rettung des Klimas auch noch einschränken müsste? Die Lösung heißt hier also: Ökologie + Ökonomie. Da ist eine skeptische Nachfrage sicher erlaubt, denn „der Markt wird das schon regeln“ hat ja bereits an anderer Stelle hervorragend funktioniert. Man sieht das zum Beispiel in der Pflege oder im Wohnungsmarkt. Also, was sind die konkreten Ideen der CDU/CSU?

Zunächst soll die CO2-Steuer auf 50 Euro ansteigen. So weit, so gut, doch diese Maßnahme scheint in Anbetracht eines geplanten Kohleausstiegs bis 2038 eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Parallel zum Abbau der Kohle möchte die Partei jedoch bereits alternative Energien fördern. Nach der Wahl, versteht sich. Gut, auch da sollte man vielleicht nicht ganz so genau hinsehen, was die Partei in den vergangenen 16 Jahren so getrieben hat, als sie an der Macht war. Schaut man sich beispielsweise Abstandsregelungen für Windräder an, so scheint es eher, als hätte die CDU/CSU überhaupt keine Lust auf erneuerbare Energien. Ähnlich sieht es da im Falle der Verkehrspolitik aus. Zwar legt die Partei großen Wert auf den Ausbau von Bus und Bahn, gleichzeitig dürfe man aber auf keinen Fall die Straßen vernachlässigen und von einem Tempolimit hält man auch überhaupt nichts. Klar, Deutschland ist schließlich die Autofahrerrepublik schlechthin.

Und anstatt das Fliegen unattraktiver zu machen, möchte die CDU/CSU lieber führend im Bereich des klimaneutralen Fliegens werden, solange das aber noch nicht möglich ist, bleibt eben alles beim Alten. Zuletzt hat man sich auf die Fahnen geschrieben, ökologische Landwirtschaft zu fördern. Liest man da weiter, so scheint das Interesse für diesen Bereich dann doch nicht so weit zu gehen, denn rechnet man das Modell einmal durch, so wird Bio mit der CDU unterm Strich in Zukunft zwar etwas billiger, aber dennoch teurer als „normale“ landwirtschaftliche Produkte.

Man könnte also sagen, das Programm der CDU/CSU steht unter dem Motto: Jetzt nur nichts überstürzen!

SPD

Kommen wir nun zu der wohl stillsten Partei des gesamten Wahlkampfes, der SPD. Hier hätte man gerne, dass in Zukunft sozialökologisch gehandelt wird. Was soll das nun wieder heißen? Besonders konkrete Vorschläge hat man in der SPD bei der Verkehrspolitik. So sollen Billigflüge abgeschafft, Bahnstrecken ausgebaut und mehr öffentliche Verkehrsmittel angeboten werden. Klingt ja erst einmal super. Bahnfahren soll attraktiver werden, damit weniger Menschen auf das eigene Auto zurückgreifen. Um das zu untermalen, ist die SPD im Gegensatz zur CDU mit einem Tempolimit von 130 km/h einverstanden und möchte außerdem ein 360-Euro-Ticket für den Regionalverkehr einführen. Ziel hiervon soll sein, dass man für einen Euro pro Tag das ganze Jahr über mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren kann und nicht mehr mit dem Auto pendeln muss. Ob das so viel Sinn macht, sei jedoch mal dahingestellt, denn gerade auf dem Land fahren die Busse meist zu unregelmäßig und auch zu große Umwege, sodass die Menschen dort ein solches Ticket wohl kaum als Anreiz wahrnehmen werden. Darüber hinaus soll die CO2-Steuer auf 50 Euro ansteigen, auch hier ist aber ein Kohleausstieg vor 2038 nicht geplant. Weiterhin möchte die SPD ökologische Landwirtschaft fördern. Wie genau das aussehen soll, steht momentan aber noch in den Sternen.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.