Warum wir um die Weihnachtszeit ständig betrunken sind

Mike Kniec Mädchen Weihnachtsmarkt1

An einem Samstagabend im Dezember, 19 Uhr. Du stehst im Supermarkt auf der Suche nach einem alkoholischen Getränk vor dem Bierregal. Gelangweilt vom Anblick bekannter Pilssorten schweift dein Blick ab und fällt auf etwas, das du seit einem Jahr nicht mehr gesehen hast: Spekulatius! Ist es etwa schon wieder so weit? Sofort geht in deinem Kopf der Weihnachtsstress wieder los und noch bevor du überlegen kannst, was zum Henker du dieses Jahr deiner Mutter schenken sollst, entdeckst du eine Packung Glühwein – die Rettung für den Abend. Endlich wieder edles Nass in heißer Ausführung. Außerdem wird nur Glühwein dem Namen „Vorglühen“ gerecht, begründest du deine Wahl an der Supermarktkasse und schon geht es wieder los: die weihnachtliche Sauferei.

Leuchtende Sterne, warme Lichter und gemütliche Holzbuden. Jedes Jahr freuen wir uns auf die Weihnachtsmarktsaison. An keinem anderen Ort ist kollektives Trinken so kuschelig und romantisch wie am Glühweinstand. Die Kälte lässt uns zusammen rücken, das Heißgetränk in unserer Hand bringt glühende Gesichter und heitere Gemüter. Und schon sind es wieder drei, vier Glühwein und eine Feuerzangenbowle pro Abend – schließlich kann man sich das Feuerspektakel zum Punsch nicht entgehen lassen. Jetzt noch einen Crêpe Suzette und es geht stolpernd nach Hause.

 

Es heißt schließlich: Prost Neujahr!

 

Glühwein und Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt, der Kräuter-Schnaps zur Verdauung nach dem Festessen, der Sekt an Silvester. Das Gequatsche der nervigen Kollegin auf der Weihnachtsfeier lässt sich auch nur mit ein paar Bier intus ertragen. Auf der Après-Ski-Party begießen wir unsere Fahrkünste mit Jagertee und Grog. Tante Uschis alljährliche Frage am Esstisch nach unserem Liebesleben ertränken wir in Eierpunsch. Die Festtage lassen uns kaum nüchtern, zu keiner anderen Jahreszeit wird so oft gefeiert und verdrängt.

Wenn uns Oma Lise mal wieder einen selbstgestrickten Pulli schenkt, lächeln wir selig-angeheitert und freuen uns auf die Naughty Nacht nach Heiligabend. Der Neujahrkuss an Silvester ist dank Sekt und Hugo irgendwie auch leichter zu bekommen. Nur eines ist noch schlimmer als Sonntagsdepression und die üblichen quälenden Fragen am Morgen danach: der Neujahrskater. Dann wird wie jedes Jahr neben „Abnehmen“ und „mehr Sport“ ganz oben auf der Vorsatz-Liste stehen: Mindestens zwei Wochen keinen Alkohol.

Comments
  • Noname

    Und warum ist das nun so? Beantwortet wird die Frage in der Überschrift irgendwie nicht…

    15/12/2015
    • Julia

      Wollte ich auch gerade sagen :-/ Finde den Artikel generell ziemlich schwammig und unkonkret – schade.

      29/11/2017
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