Wirkung von Alkohol: Wenn morgens der unerbittliche Kater grüßt

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Warum fühlen wir uns nach einer durchzechten Nacht eigentlich immer so beschissen? Wahrscheinlich ist nicht nur das unsägliche Tinder-Date schuld, sondern auch der Alkohol, dessen Wirkung – häufig gut getarnt durch Säfte in Cocktails, Cola oder Tonic Water in Longdrinks – sich erst am nächsten Morgen von seiner hässlichen Seite zeigt.

 

Alkohol und seine Wirkung auf das Nervensystem

 

Alkohol ist ein starkes Zellgift, das über die Schleimhäute von Mund, Speiseröhre, Magen und Darm den Blutkreislauf erreicht. Bis die Wirkung des Alkohols eintritt, vergeht circa eine Stunde. Wie schnell es tatsächlich geht, hängt zum Beispiel davon ab, wie schnell getrunken wird, ob der Magen voll oder leer ist und wie es um den Kohlensäure- und Zuckergehalt des Getränks bestellt ist. Sicher, in geringen Mengen mag Alkohol stimulierend wirken. Er lockert die Zunge und macht uns lebhafter. Doch einmal im Blut angelangt, verteilt sich der Alkohol im ganzen Körper und entfaltet seine Wirkung auch im zentralen Nervensystem, im Gehirn. Dort nimmt der Alkohol Einfluss auf den Botenstoffwechsel (zum Beispiel Serotonin und Dopamin), indem er die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen stört. Die Sehleistung verringert sich, es treten Gleichgewichtsstörungen auf und Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen lassen nach. Die anfangs lockere Stimmung kann in Gereiztheit umschlagen.

 

Magenschmerzen nach Alkohol – woran liegt das?

 

Wie so vieles im Leben währen auch die Freuden des Alkohols nicht ewig. Unser Körper baut durchschnittlich 0,1 Promille pro Stunde Alkohol ab. Den größten Teil der „Drecksarbeit“ beim Alkoholabbau, nämlich 90 bis 98 Prozent [1], erledigt unsere Leber. Nur ein ganz kleiner Teil wird über die Atemluft, Schweiß und Urin ausgeschieden. Nach dem Rausch folgt dann häufig das böse Erwachen: Man lamentiert weinerlich über einen Brummschädel und Magenschmerzen nach Alkohol. Wundern brauchen wir uns über die Konsequenzen nicht. Schließlich nimmt unser Körper die Zufuhr von Alkohol auch nicht hin, ohne zu rebellieren. Magen und Darm werden stärker durchblutet und es bildet sich mehr Magensäure. Die Bildung von Magensäure ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Dank ihr werden Krankheitserreger abgetötet und sie spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung. Ein Zuviel an Magensäure kann jedoch von der schützenden Magenschleimhaut nicht mehr ausgeglichen werden. Magenschmerzen entstehen.

 

So werdet ihr Magen- und Kopfschmerzen wieder los

 

Statt mit einem Konterbier zu reagieren, ist nun das Trinken von Kamillentee oder stillem Wasser angesagt, um die Magenschmerzen nach dem Alkoholkonsum zu vertreiben. Auch wenn euch vielleicht nicht nach Nahrungsaufnahme zumute ist: Auch eine leichte, fettarme Mahlzeit kann gegen die durch zu viel Alkohol hervorgerufenen Magenschmerzen helfen.

Alkohol entzieht dem Körper Elektrolyte wie Kalzium, Natrium und Kalium sowie Flüssigkeit. Unser Körper reagiert darauf, indem er uns mit monströsen Kopfschmerzen, trockenen Schleimhäuten und Durst zeigt, dass man gestern einfach über die Stränge geschlagen und das „Zwischenwasser“, das man eigentlich trinken wollte, wieder einmal vergessen hat. Gegen die Katerkopfschmerzen hilft es, reichlich Wasser zu trinken und sich – auch wenn es Überwindung kostet – ein bisschen an der frischen Luft zu bewegen. Wer mag, kann mit einer Wechseldusche mit abwechselnd warmem und kaltem Wasser probieren, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Stehen nicht Magenbeschwerden, sondern die Kopfschmerzen im Vordergrund, kann ein Katerfrühstück – zum Beispiel mit Laugengebäck, Rührei mit Speck, Hülsenfrüchten, saure Gurken, Rollmops – helfen, die Lebensgeister zu wecken und den Salz- und Elektrolythaushalt wieder aufzufüllen.

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