Wie Fake News dem Aufstieg Baerbocks schaden

Annalena Baerbock

Die Grünen befinden sich dem ZDF-Politbarometer zufolge weiter im Höhenflug. Mit 26 Prozent (Stand 07.05.2021) führen sie die Umfragewerte knapp vor der Union an, die derbe Verluste einstecken musste. Das lag nicht zuletzt an der zumindest nach außen hin glatt ablaufenden Kanzlerkandidatenkür Annalena Baerbocks, die sich gegen ihren Kollegen Robert Habeck durchsetzen konnte. Eine Nominierung, die scheinbar nicht jedem passt, denn die 40-Jährige sieht sich immer mehr mit Fake News konfrontiert. 

„Ich war jung und brauchte das Geld“, steht unter einem vermeintlichen Nacktfoto Annalena Baerbocks. Es stammt von einem unbekannten Verfasser, der von einer Jugendsünde der Grünen-Politikerin spricht. Das Bild ist fake und die nackte Frau ist nicht Baerbock, sondern in Wirklichkeit ein russisches Model, welches in diversen Erotik-Foren zu finden ist. Sexualisierte Angriffe, insbesondere auf Frauen, sind im Netz nichts neues. Auch in den USA finden sich immer wieder Fälle, darunter von der Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez oder US-Vize-Präsidentin Kamela Harris. Solche Versuche sind meist recht schnell durchschaubar und richten keinen wirklichen Image-Schaden an. Sie dienen einzig und allein dazu, Politikerinnen in ihrer Seriosität zu beschädigen, sie herabzuwürdigen und sie einzuschüchtern. 

Das Online-Portal Mimikama hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebensolchen Fake News den Kampf anzusagen, insbesondere in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und WhatsApp. „Falschmeldungen entlarven, verdrehte Inhalte klarstellen, auf Nutzerprobleme reagieren“, werden die zentralen Aufgaben kompakt auf der Website zusammengefasst. Gegenüber n-tv sagt Mimikama-Autor Andre Wolf, dass sich seit der Kür Baerbocks zur Kanzlerkandidatin der Grünen die Fake News gegen die Politikerin massiv gehäuft hätten. In rechtsextremen Kreisen sei sie bereits zum Feindbild Nummer eins avanciert. Auch manche „anti-liberalen Bubbles“, in denen Frauenhass grassiere, richteten sich in aller Härte gegen die 40-Jährige. 

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.