Selbstdarstellung oder Momentaufnahme? Wieso uns Fotos glücklich machen

Beweis oder Momentaufnahme?

Das Konzert der Lieblingsband, das ultimative Sommerfestival, der Urlaub mit den Freunden oder die Backpacker-Reise eines Fulltime-Travelers. Was haben all diese Erlebnisse gemeinsam? – Richtig, den Begleiter. Auf diesen Reisen darf die Kamera nämlich niemals fehlen. Wir wollen Erlebnisse festhalten, sei es via Smartphone oder Spiegelreflexkamera, um danach nicht nur das Erlebte, sondern ganz besonders uns selbst zu feiern. Reisen mit leichtem Gepäck wird hier zur Nebensache und auch wenn die Kameraausrüstung eine Tonne wiegt, wird sie eben einfach trotzdem mitgenommen, denn wir wollen ja schließlich den perfekten Schnappschuss vom Sonnenuntergang am Strand. Die Zeit der Fotoabzüge und Bilder-Alben ist vorbei. Die Aufnahmen werden nicht mehr eingeklebt und später den Enkelkindern gezeigt, das ist ja auch total 1990. Stattdessen verstecken sich die Fotos schüchtern hinter unzähligen weiteren auf unseren Handys oder Laptops und zwei dieser geplanten Schnappschüsse haben vielleicht das große Glück, auf Plattformen wie Instagram oder Facebook einen Platz zu finden. Lohnt sich das denn alles überhaupt?

 

Selbstvermarktung oder eine Momentaufnahme für das eigene, kleine Glück?

 

Beim Durchstöbern von Instagram und Snapchat wird uns schnell bewusst, dass wir die wahrhaftige Generation der Selbstdarstellung sind. Wir lieben es, Bilder von unseren Erlebnissen zu veröffentlichen, um den Freunden zu zeigen, was wir doch für ein High Life haben oder wie unwahrscheinlich intellektuell wir sind, wenn wir eine Kunstausstellung besuchen. Im Museum schnell den Auslöser drücken, beim Städtetrip das Brandenburger Tor ablichten und danach gleich weiter nach Paris, um das zehnte Bild vom Eiffelturm zu posten. Hat das noch was mit Freude am Erlebnis zu tun oder ist das nur noch „Fishing for Compliments“ und Selbstvermarktung? Und was nehmen wir von den Erlebnissen eigentlich mit? Das haben sich auch US-Wissenschaftler gefragt und sind der Frage mal wieder auf den Grund gegangen. Was sie liefern ist ein überraschendes und zugleich erfreuliches Ergebnis: Grünes Licht für die Hobby-Fotografen!

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