Der Student und die Omi – die etwas andere WG

Zwei Generationen unter einem Dach: Da prallen nicht nur unterschiedliche Welten, sondern auch völlig andere Lebensweisen aufeinander. Kann das gut gehen? Bei der Info-Veranstaltung „Wohnen für Hilfe“ bei einem Münchner Seniorentreff wurde mir klar: Kommunikation, innere Bereitschaft und Offenheit sind das „A und O“.

Was ist „Wohnen für Hilfe?“

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ gibt es seit den 80er Jahren: Senioren stellen jungen Menschen aus aller Welt einen Wohnraum in ihrem Zuhause. Miete? Gibt es nicht. Stattdessen: 1 Quadratmeter entspricht 1 Stunde „Hilfe“ im Monat. Wie diese Hilfe aussieht, ist jedem selbst überlassen. Gartenarbeit, ein gemeinsamer Spieleabend, Kochen, Einkaufen, Geschichten erzählen aus jungen Tagen – alles, außer Pflege. Jedes Wohnpaar entscheidet die Regeln selbst.

Eine Win-Win-Situation für beide Seiten

Ein paar Senioren und junge Menschen sitzen in einem Stuhlkreis zusammen und tauschen sich aus. Die meisten von ihnen „hüten“ schon einen jungen Menschen in ihrem Heim. Man merkt, die meisten haben ihre „jungen Dinger“ ins Herz geschlossen und verpassen ihnen fast schon den „Enkel-Stempel“. Für beide Seiten entsteht eine Win-Win-Situation: Mit jungen Menschen kommt auch frischer Wind ins Haus, Lebensfreude, Unbekümmertheit, eine Aufgabe und definitiv ein Gegenmittel gegen Einsamkeit. Die Studenten und Auszubildenden profitieren von günstigem Wohnraum und sozialem Austausch. Doch wird auch klar, dass diese Wohnform nicht jedermanns Sache ist: Es ist wie in einer WG oder Familie, in der jeder auf den anderen Rücksicht nehmen muss. Beide Seiten müssen offen und kompromissbereit sein und respektvoll miteinander umgehen.

Freunde einladen und Hauspartys?

Hauspartys und Freunde einladen? Kommt ganz auf den Senior an. Man merkt, die Begeisterung ist vielen nicht ins Gesicht geschrieben. Doch eine Auszubildende erzählt fröhlich, dass sie ab und zu Freunde einladen darf, meistens bis 22 Uhr, damit ist der „Otto“ (ihr Wohnpartner) einverstanden und freut sich sogar über ein paar junge Leute im Haus. Er schaut dann auch ab und zu bei der Runde vorbei.

Wie aufgeschlossen die Senioren für neue Menschen und ihre Geschichten sind, ist faszinierend. Sie gehen offen mit jungen Leuten um, die mit unbekannten und vielleicht auch ungewohnten Lebensweisen in ihr Haus kommen. Austausch und Offenheit sind wichtig – besonders zwischen den Generationen.

Ach, und noch eine kleine Info: Die Omis und Opis sind wissbegierig, vor allem was es mit diesen Handys, auf den man „wischen“ kann, auf sich hat. Man darf sich also als zukünftiger Wohnpartner der Generation-Y auf Whatsapp, Computer und Co.-Nachhilfestunden einstellen…?

Du möchtest auch mit einer Omi oder einem Opi zusammenleben? Dann informier dich hier.

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Bildquelle: Pixabay; CCO-Lizenz

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