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11 Fragen, 11 Antworten: Dresscodes

Wir möchten anziehen, was wir wollen. Trotzdem gibt es in Jobs und Freizeit noch Dresscodes. Eine Modesoziologin erzählt, wie unsere Codes heute aussehen.

Individualität und Selbstverwirklichung sind die Werte, die häufig mit unserer Generation in Verbindung gebracht werden. Doch in unserer Kleidung scheinen wir uns da nicht ganz einig oder gerade viel zu einig für unsere angebliche Individualisierung zu sein. Auf der einen Seite wollen wir tragen, was wir wollen. Auf der anderen Seite ziehen wir uns ein „GRLPWR“-Shirt über, um unsere Zugehörigkeit auszudrücken. Aber können wir uns überhaupt losgelöst von allem einzigartig kleiden? Und wie passen unser Bedürfnis, uns selbst auszudrücken, und die Dresscodes, die es in vielen Bereichen doch noch gibt, zusammen?

Fragen über Fragen, die sich uns stellen. Fragen über Fragen, auf die wir jetzt Antworten bekommen. Antonella Giannone ist Mode-Soziologin und lehrt an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Sie ist unsere Frau, wenn es darum geht, herauszufinden, ob es tatsächlich noch Dresscodes gibt und wie diese dann aussehen. ZEITjUNG hat ihre Antworten zusammengefasst.

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    Gibt es überhaupt noch Dresscodes?

    Antonella Giannone: Ja. Die sind wahrscheinlich nicht so stark und streng kodiert, aber es gibt auf jeden Fall Ähnlichkeiten in der Art und Weise, wie sich Menschen kleiden. Die lassen sich auf die Idee von Codes zurückführen. Codes sind Regeln oder Prinzipien, die die Wahl der Kleidung beeinflussen. Das ist auf jeden Fall zu spüren, wenn wir sehen, wie ähnlich wir uns kleiden. Es gibt also noch Dresscodes und zwar in einer großen Anzahl. Zum Beispiel in der Idee von Trachten oder Uniformen. Aber auch in anderen Bereichen, wo sie dann größere Freiheiten erlauben, aber trotzdem zu erkennen sind.

    So viele Dresscodes es gibt, so viele Interpretationsmöglichkeiten gibt es im Übrigen auch. Denn Codes werden gelesen und damit automatisch unterschiedlich interpretiert. Bestimmte Leute sehen in Kleidung etwas, was andere gar nicht interpretieren können. Innerhalb eines Freundeskreises beispielsweise entstehen Leseverhalten, die für andere unverständlich bleiben. Codes inkludieren und schließen gleichzeitig aus.

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