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Durchgesuchtet: Yoshi’s Island – ein Videospiel für die Ewigkeit

„Yoshi’s Island“ ist kein Modegetränk, das nur einen Sommer lang en vogue war, sondern mehr wie ein guter Wein. Cabernet geht immer, „Yoshi’s Island“ geht immer.

Drollige Dinos. Eine zuckersüße Optik, gespickt mit ebenso niedlichen wie skurrilen Lebewesen. Ein Spielprinzip, dem hervorragend die Balance zwischen Zugänglichkeit und Kreativität gelingt. Dazu ein Soundtrack, den man auch dann noch vor sich hin pfeift, wenn der Bildschirm aus ist. Das alles sind die Grundzutaten, die sicherstellen, dass euch „Yoshi’s Island“ selbst nach dutzendfachem Durchspielen noch Spaß bereitet.

Ein Glanzlicht vom „Super Mario“-Erfinder höchstpersönlich

„Yoshi’s Island“ ist ein Jump’n’Run, das 1995 für das Super Nintendo Entertainment System erschien. „Super Mario“-Erfinder Shigeru Miyamoto höchstpersönlich fungierte als Producer und lieferte mit dem Spiel eines seiner Glanzlichter ab. Es war der Startpunkt von Yoshis „Solokarriere“ und ist somit auch dafür verantwortlich, dass er noch heute in grandiosen Spielen wie dem jüngst erschienenen „Yoshi’s Crafted World*“ unterwegs ist.

Nicht Hase und Igel, sondern Storch und Dino

Die Story des Titels ist eigentlich herzlich egal. Sie weicht aber von der typischen Rezeptur eines Super-Mario-Jump’n’Runs ab – denn Mario ist gar nicht dabei. Die Story in Kurzfassung: Bösewicht Kamek und seine Schergen attackieren einen Storch, während dieser Baby Mario und Baby Luigi bei den stolzen Eltern abliefern will. Baby Luigi können die Unholde tatsächlich entführen, nicht aber Baby Mario. Dieser fällt während des Luftgefechts herunter, landet aber glücklicherweise auf dem Rücken eines Yoshis. Nach kurzer Beratung beschließen Yoshi und seine Dinofreunde, die beiden wieder zu vereinen. Und so machen sie sich auf zur anderen, dunklen Seite ihrer Insel, „Yoshi’s Island“ eben, wo Kamek & Co. warten.

Simplizität gepaart mit ein paar cleveren Ideen

„Yoshi’s Island“ bedient sich eines Prinzips, das ein wahres Meisterwerk ausmacht. Und zwar Simplizität gepaart mit ein paar cleveren Ideen. „Yoshi’s Island*“, da werden mir alle Nerds recht geben, ist kein schweres Spiel. Es ist beispielsweise nicht so schwer wie ein „Donkey Kong Country*“ oder ein „Super Mario Bros. 3*“. Aber, und das ist entscheidend, es lockert das typische Jump’n’Run-Prinzip mit ein paar Spielmechaniken auf, die das spielend leicht wieder wett machen.

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Dino-Eier im Flugeinsatz

Da wäre zum Beispiel Yoshis Fähigkeit, Gegner „aufzuschlecken“ und in Dino-Eier zu verwandeln. Diese Eier hoppeln anschließend hinter ihm her und Yoshi kann diese nun durch die Gegend schleudern. Schon eröffnen sich dutzende Möglichkeiten. Mit den Eiern kann Yoshi Schalter betätigen, an die er via Sprung nicht herankommt. Er kann damit weit entfernte Gegner eliminieren, ohne ihnen auf den Kopf springen zu müssen. Außerdem finden sich in jedem Level frei herumschwebende Wölkchen, die mit einem Fragezeichen markiert sind. Trifft Yoshi diese mit einem Ei, wird es ebenfalls spannend. Zum Beispiel entsteht plötzlich ein neuer Pfad, oder es erwächst eine Sonnenblume, über die Yoshi eine neue Ebene erreicht.

„Was, nur 98? Gleich nochmal!“

Hinzu kommen viele Kleinigkeiten, die in der Summe dazu führen, dass „Yoshi’s Island“ eben positiv hervorsticht. Yoshi beherrscht den sogenannten „Flatterflug“, der seinen Sprung ein gutes Stück verlängert. Das regt dazu an, selbst die gewagtesten Sprünge auszuprobieren, um große Schluchten zu überwinden. An bestimmten Stellen darf sich Yoshi außerdem verwandeln: In einen Helikopter, einen Schaufelradbagger und ein U-Boot, um nur einige Inkarnationen zu nennen. Der Wiederspielwert von „Yoshi’s Island“ ist zudem dadurch sehr hoch, dass das Spiel ein regelrechtes Sammelfieber entfacht. In jedem Level kann der Spieler Sonnenblumen, Sterne und Spezialmünzen einsammeln. Nur dann, wenn er wirklich alle findet, erhält er am Ende des Levels eine Bewertung von 100. Nichts ist ärgerlicher, aber auch motivierender, als nach einem Leveldurchlauf mit einer Bewertung von 98 dazustehen. Die logische Konsequenz? Gamepad in die Hand, gleich nochmal probieren.

Kein Modegetränk, sondern ein guter Wein

„Yoshi’s Island“ hat als 2D-Spiel der späten 16-bit-Ära außerdem einen enormen Vorteil. Seine Optik altert hervorragend. Das Spiel ist kein Modegetränk, das nur einen Sommer lang en vogue war, sondern ist wie ein guter Wein. Cabernet geht immer, „Yoshi’s Island“ geht immer.

Jedes Level in „Yoshi’s Island“ sieht aus wie zig Seiten aus einem wunderhübschen Bilderbuch. Die „Wachsmalstift-Optik“ versprüht kindliche Fröhlichkeit und flößt den Bewohnern von „Yoshi’s Island“ nicht nur Lebendigkeit, sondern Einzigartigkeit ein. Euch erwarten wasserspritzende Fische, umherschwirrende Gespenster und flinke Höhlenmäuse. Ganz klar ein Highlight unter den Gegnern: Shy Guy. Dieser Wicht, der so schüchtern ist, dass er sein Gesicht hinter einer emotionslosen Maske versteckt, bekam von den Entwicklern jedes erdenkliche Erscheinungsbild übergestülpt. Mal watet er auf Stelzen durch die Gegend, mal trägt er einen Blumen-Afro, dann hüpft er als Pseudo-Indianer mit einem Speer durch die Gegend und intoniert seinen Stammesgesang. Das sieht genauso bekloppt aus, wie es sich hier liest – zum Glück.

Ein Gamepad, zwei Hände – und der Spaß beginnt

Bis man alle Ecken von „Yoshi’s Island“ erkundet und Bossgegner verdroschen hat, vergehen zahlreiche vergnügliche Stunden. Ob durch üppig wuchernde Dschungellandschaften, verschneite Wintertäler (inklusive Schlittenfahrt!) oder brennend heiße Lavalandschaften – „Yoshi’s Island“ macht genau das, was ein Videospiel soll: Spaß. Zwei Hände, ein Gamepad, ein Steuerkreuz, vier Action-Buttons. So leicht kann Glückseligkeit manchmal sein.

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Bildquelle: Pexels unter COO-Lizenz

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