Werdet ihr heiraten? 3 Fragen an junge, queere Deutsche zur Ehe für alle

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Ein Thema, welches eigentlich nicht der Rede wert sein sollte, aber schon seit Jahren heftig diskutiert wird, ist die Ehe für alle. Gefühlt unendlich lange Debatten, ob gleichgeschlechtliche Partner nun heiraten dürfen sollten oder nicht, sollen jetzt ein Ende finden: schon am morgigen Freitag will der Bundestag über die Ehe für Paare desselben Geschlechts abstimmen. Vergangenen Montag erst verlor unsere Kanzlerin Angela Merkel ein paar Worte zur umstrittenen Thematik und am Mittwoch landete ein Gesetzesentwurf der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf ihrem Tisch.

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Ein großer Schritt hin zur Gleichberechtigung

 

Bisher durften lediglich Männlein und Weiblein offiziell den Bund fürs Leben schließen. Gleichgeschlechtliche Paare konnten nicht auf die gleiche Art heiraten, aber ihre Beziehung als eingetragene Lebenspartnerschaft vor dem Gesetz gültig machen. Zwar wurden homosexuellen Paaren in den letzten Jahren immer mehr Rechte eingeräumt, doch jetzt soll es keinen Unterschied mehr zur Ehe zwischen Mann und Frau geben. Natürlich nur, falls der Gesetzesentwurf am Freitag durchgeht – was er hoffentlich wird!

Für homosexuelle Partnerschaften wird sich dann doch einiges ändern: bereits bestehende, eingetragene Lebenspartnerschaften können etwa zur Ehe hochgestuft werden, müssen es aber nicht. Nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist, können allerdings keine Lebenspartnerschaften mehr eingetragen werden. Dann wird es „nur“ noch die Ehe für alle. Da sich die beiden Partner dann auch Eheleute nennen dürfen, wird es ihnen ebenfalls möglich sein, Kinder zu adoptieren, was bisher nur für Ehepartner unterschiedlicher Geschlechter ging. Dazu kommt, dass nun auch schwule Männer oder lesbische Frauen über ihren Partner entscheiden dürfen, falls dieser das im Krankheitsfall nicht mehr kann. Wie geben ein fettes GO und hoffen, dass nun endlich bald jeder Mensch in Deutschland selbst entscheiden kann, ob er seinem Partner das Ja-Wort geben möchte oder nicht.

 

Deshalb haben wir uns mal unter gleichgeschlechtlichen Paaren umgehört und sie zu ihrer Meinung über die bevorstehende Ehe für alle befragt:

 

 


  • Frauke und Bere aus München

    Was bedeutet die Debatte über die Ehe für alle für euch?
    Natürlich ist es für uns ein sehr brisantes Thema, da wir verlobt sind und das Thema Ehe für uns dadurch auch noch präsenter in unserem Leben ist. Uns war klar, dass die „Ehe für alle“ irgendwann kommen wird, aber nach dem letzten Debatten hätten wir nicht mit einer baldigen Abstimmung gerechnet. Natürlich ist die Gleichberechtigung ein wichtiges Thema für uns, allerdings haben wir uns durch die Angleichungen von Lebenspartnerschaft und Ehe in vielen Bereichen in den letzten Jahren immer weniger diskriminiert gefühlt.

    Werdet ihr in Zukunft die Möglichkeit nutzen wollen, zu heiraten?
    Natürlich! Warum sollten wir noch eine Lebenspartnerschaft eingehen wollen, wenn die Möglichkeit der Ehe für uns bestünde. An der Feier selbst würde sich für uns nicht viel ändern, da wir ohnehin von einer standesamtlichen Trauung mit anschließendem großen Fest ausgegangen sind.

    Stört es euch, dass die Ehe für alle aus politischem Kalkül von der CDU und SPD genutzt wird?
    Nein, weil es mittlerweile ein Thema ist, das die Gesellschaft nicht mehr spaltet, sondern welches größtenteils Befürwortung findet. Politisches Kalkül hin und her – für uns ist nur das Resultat ausschlaggebend!

    Bild: privat