Eine Idee Liebe: Simone de Beauvoir und die Utopie der Liebe

Frau lesend am See

Doch zurück zum Thema

An der Sorbonne lernte Simone schließlich Jean-Paul Sartre kennen. Man kann nicht behaupten, dass es sich beim ersten Treffen der beiden Studierenden um Liebe auf den ersten Blick handelte. Es war eher eine Vernunftsentscheidung. Oder wie Sartre zu sagen pflegte: Eine intellektuelle Liebe.  

Sartre wollte eine intelligente Frau. Als bester Student seines Jahrgangs und bei nur 9 Frauen an der Sorbonne war seine Auswahl da begrenzt. Und auch Simone suchte nach einem Mann, der ihr geistig überlegen war.

Die beiden verstanden sich. Sie konnten miteinander diskutieren, hielten sich nicht auf und bestärkten einander in ihrer Arbeit. Die Beziehung wurde schnell zum Vorbild für viele andere gebildete Paare. Zusammenhalt bei absoluter Freiheit. Ein Traum! Doch die Fassade täuschte.

Zum heutigen Zeitpunkt mag es ja egal sein, was man in seinen eigenen vier Wänden und mit dem eigenen Partner so treibt, doch damals war die Art, wie Sartre und de Beauvoir zusammenlebten ein Affront gegen die „bürgerlichen Tugenden“. So verlor de Beauvoir beispielsweise ihre Stelle an einem Pariser Gymnasium aufgrund ihres „frivolen Lebensstils“. Oho, was sollen da die Schüler*innen denken? Eine Lehrerin, die abends ausgeht und sich mit Männern anlegt!

Doch auch andere Details ihres Zusammenlebens wurden nach und nach bekannt. So unterhielt Simone bald freundschaftliche und mitunter sogar romantische Beziehungen mit ihren Schüler*innen an der Universität. Auch Sartre war kein Kind von Traurigkeit. Er hatte immer wieder Affären, die Simone akzeptierte.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.