Sparen wir mit DIY wirklich?

Eine Freundin feiert ihren Geburtstag. Einfach nur eine Flasche Sekt auf den Gabentisch stellen? Kommt nicht in Frage. Viel zu unpersönlich, eine ausgefallenere Idee muss her. Wie wäre es mit einer fancy selbstgemachten Lampe aus alten Einmachgläsern? DIY, das kann ja nicht so teuer sein…

Früher da war es nicht nur normal, dass der Pulli selbst gestrickt wurde – es war finanziell notwendig. Denn das schicke Kleid im Schaufenster war vielen zu teuer.

Die Geburt der DIY-Szene

Heute nennen wir es DIY – do it yourself. Drei Wörter, ein großer kreativer Trend. Die Motivation dahinter hat sich aber im Laufe der Jahre ziemlich geändert. Denn der Spaß ist ein entscheidender Faktor in der „DIY-Szene“: Laut einer Umfrage von YouGov und Statista ist für 53% der kreativen DIY-ler der Spaß am Handwerk die Motovation. 47% werden kreativ, um andere mit selbstgemachten Geschenken zu beglücken. Doch abgesehen von Spaß, Hobbies und Geschenken: Es wird gemunkelt, man könne durch DIY sparen… 34% der Befragten entscheiden sich für die Eigenarbeit aus finanziellen Gründen. Aber stimmt das überhaupt?

Das Europaletten-Bett: In die Träume sparen?

Das mitunter bekannteste Beispiel für ein DIY-Möbelstück ist das Euro-Paletten-Bett. Viel beworben mit den Argumenten „schick und preisgünstig“. Vor ein paar Jahren war es das Ding mit diesen Holzpaletten sein eigenes Bettchen zu bauen. Doch abgesehen davon, dass es optisch was hermacht: Geht die Rechnung auf?

Sie ist von mehreren Faktoren abhängig: Wie groß soll mein Bett sein? Wie hoch? Soll es eine Kopfleiste haben? Welche Qualität soll das Holz haben? Denn auch da gibt es große Unterschiede. Im Schnitt kostet eine Europalette 25 Euro, wenn sie in gutem Zustand sein soll. Für ein 1,60 Meter Bett braucht man also circa 6 bis 8 Paletten. Mit Zubehör wie Lack, Schleifpapier, Nägel, Bohrer und weiteren Utensilien ist man schnell im Bereich von 200 Euro. Ohne Matratze.

Der Gesamtpreis für ein Paletten-Bett ist sehr individuell. Die 200 Euro, die bei dieser Rechnung ungefähr herausgekommen sind, liegen zwar für ein Bett noch eher im günstigen Bereich, doch sparen tut man mit diesem DIY nicht zwingend. Denn neue Betten aus dem Möbelladen liegen mit dem Preis teilweise weiter unten.

Wie sieht es mit anderen DIY-Bereichen aus?

Klamotten nähen, Notizbücher und Kerzenleuchter basteln – Auch hier ist der Preis abhängig davon, was man schon daheim hat und was man noch kaufen muss. Kaufe ich mir für ein selbst genähtes Oberteil einen neuen Stoff oder pimpe ich ein altes T-Shirt mit Materialien aus dem eigenen Heim? Auch den Faktor der Handwerks- und Handarbeitsutensilien sollte man in seiner Rechnung berücksichtigen: DIYs setzen nämlich oft voraus, dass man zum Beispiel bestimmte Materialien oder Werkzeuge wie den Akkubohrer oder die Nähmaschine schon daheim hat.

Fazit

Fakt ist, man kann mit DIY-Produkten sparen, aber auch deutlich mehr Geld ausgeben, als wenn man es einfach neu kaufen würde. Es kommt einfach auf verschiedene Faktoren an. Doch trotzdem sollte man nie vergessen: Es macht ja auch Spaß, selbst kreativ zu werden – auch, wenn vielleicht mal der ein oder andere Euro mehr draufgeht. ?

Übrigens: Unsere Autorin hat hier 15 Ideen für euch, wie ihr Alltagsgegenstände easy und günstig upcyclen könnt.

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Bildrechte: Unsplash; CCO-Lizenz

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