Frag Opa Günter: Was kann die Politik für junge Menschen tun?

Woher wissen wir, dass es Liebe ist? Was ist wichtig für eine lange Freundschaft? Und wie finden wir heraus, was wir wirklich wollen? Das Leben ist voller Fragen. Fragen, die wir unseren Großeltern nur selten stellen. Unsere Autorin spricht mit Senior*innen über das Leben und findet: Wir können viel von ihnen lernen.

Opa Günter (74), was kann die Politik für junge Menschen tun?

„Ich würde mir wünschen, dass die Politik den jungen Menschen mehr Gehör schenkt. Früher hieß es noch, die Jugend würde sich zu wenig mit der Politik beschäftigen. Ich habe das Gefühl, dass sich das in den letzten Jahren stark verändert hat. Die Jugend politisiert sich, aber die Politik nutzt das kaum. Natürlich reicht das reine Interesse am politischen Geschehen noch nicht aus. Junge Menschen sollten sich bestenfalls auch innerhalb einer Partei engagieren, um aktiv mitzugestalten. Das ist aber gar nicht so einfach. Ich sehe aktuell einfach keine Partei, die sich genug für junge Menschen und ihre Zukunft einsetzt, sodass sich ein Eintritt wirklich lohnt. Ein Generationenwechsel kann so nicht stattfinden. Ich war früher auch Mitglied einer Partei, aber mir hat es irgendwann nicht mehr gefallen. Es gab kaum Verständnis für Veränderungen oder Neuerungen. Jeder saß in seinem Sessel fest. Eigentlich habe ich gehofft, dass sich das irgendwann verbessert, aber bisher sehe ich das nicht. Die Politik muss aktiver auf junge Menschen zugehen und ihnen viel mehr Raum geben. Es ist deshalb umso wichtiger, dass wir uns alle für die Zukunft der Jugend einsetzen. Ich selbst bin heute 74 Jahre alt und plane eigentlich nur noch drei Wochen im Voraus. Es geht hier nicht mehr um meine Zukunft und das weiß ich. Es kann und darf mir trotzdem nicht egal sein, wie sich die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten entwickelt. Auch ich muss für Veränderungen sorgen und mich dafür einsetzen. Ich würde jederzeit Lärm machen – für die Zukunft der jungen Menschen. Manchmal wünsche ich mir ein bisschen mehr Solidarität zwischen den einzelnen Generationen. Der Egoismus, der in unserer Gesellschaft häufig herrscht, macht mich traurig. Wir dürfen uns jetzt einfach nicht spalten. Wir müssen alle etwas dafür tun, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. Die Jugend ist unsere Zukunft. Sie muss sie auch gestalten dürfen und wir sollten alle dabei helfen. Junge Menschen brauchen einen Platz an jedem Tisch, denn alles was jetzt für die Zukunft beschlossen wird, formt ihre Zukunft.“

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Bildquelle: Illustration von Rupert Gruber

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