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#FragenNachZahlen mit Marleen Lohse: „Sitzt du auf öffentlichen Toiletten?“

Wir sprachen mit Schauspielerin Marleen Lohse über ihren neuen Film „Cleo“, über ihre Verbindung zu Berlin, verschiedene Rollen und Wünsche.

Man kennt sie als Jule Christiansen aus „Nord bei Nordwest“ und mehreren Tatorten und Kinofilmen – früher war sie jedem Kind als Hexe aus „Die Kinder vom Alstertal“ bekannt. Mit ihrem neuen Kinofilm „Cleo“ von Erik Schmitt taucht Marleen Lohse zusammen mit Jeremy Mockridge in eine ganz neue Welt ein und startet eine abenteuerliche Schatzsuche durch Berlin. Der Film „Cleo“ ist bereits seit dem 25. Juli in den deutschen Kinos. Wir sprachen mit der Schauspielerin über ihren neuen Film, ihre Vergangenheit und ihre Verbindung zu Berlin.

ZEITjUNG: Im neuen Film spielst du Cleo, die die Seele Berlins spüren kann. Kannst du drei Adjektive nennen, die die Stadt und somit Cleo am besten beschreiben?

Marleen: Wir bedienen uns im Film der These des Genius Loci, die besagt, dass jeder Ort eine Seele hat. Cleo ist eng mit der Seele Berlins verbunden und ist stark von ihr geprägt – auch durch traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit. Aber Berlin ist natürlich noch viel mehr. Wenn ich Berlin in drei Adjektiven beschreiben sollte, dann wären das bunt, frei und tief. Und genau das zu sehen, muss auch Cleo auf ihrer Schatzsuche wieder erlernen.

Gibt es Parallelen zwischen Cleo und dir?

Sicherlich. Cleo steht in ewigem Konflikt mit ihren Ängsten, die sie lernen muss zu überwinden. Allerdings geschieht dies nicht, wie viele Filme ja gerne suggerieren, in einem großen Showdown. In meinem Beruf kenne ich dieses Gefühl sehr gut. Als Schauspielerin muss man immer wieder aufs Neue Lampenfieber überwinden und an seine Grenzen gehen. Es war mir auch sehr wichtig zu zeigen, dass Cleo im Endeffekt von sich aus ihre Mauern einreißt und ihren eigenen Weg beschreitet, wir somit keine klassische Liebesgeschichte präsentieren, sondern eine starke und autonome Frauenfigur.

Die Stadt Berlin spielt in „Cleo“ wie gesagt eine sehr große Rolle. Was für eine Verbindung hast du persönlich zu Berlin?

Ich wohne mittlerweile seit 13 Jahren dort und es ist zu meiner Wahlheimat geworden. Ich bin fasziniert von dieser Stadt und sie hat eine ganz eigene Form der Poesie. Und trotz der Vergangenheit und all den Wunden, die die Seele Berlins erleiden musste, erlebe ich diese Stadt so bunt und frei wie kaum eine andere. Ich mag auch das Unfertige an Berlin. Hier gibt es noch Chancen stattzufinden und Dinge auszuprobieren.

Du bist auf dem Land am Stadtrand von Hamburg aufgewachsen, kannst du dich trotzdem in den Großstadtkontext hineinversetzen?

Das tue ich ja schon eine ganze Weile. Manchmal ist Berlin laut und anstrengend, aber es bietet auch ein kreatives Pflaster, welches ich für meine Arbeit als Schauspielerin und Autorin brauche. Außerdem wohnen die meisten meiner Freunde hier. Ich fühle mich gerade sehr wohl.

Du wurdest durch die Serie „Die Kinder vom Alstertal“ berühmt, auch diese spielt auf dem Land. Wie hat dich diese Zeit geprägt und erinnerst du dich gerne daran zurück?

Es ist nun schon 20 Jahre her. Ich selbst denke nicht so oft daran zurück. Ich werde allerdings immer mal wieder als „Hexe“ erkannt. Für mich war es eine Zeit des Ausprobierens und Rumtollens. Für die Schauspielerei und das damit verbundene Studium habe ich mich erst viel später entschieden. Aber ohne diese Serie hätte ich vielleicht eine andere Richtung eingeschlagen. Wer weiß!

In der Serie hast du „Hexe“ gespielt, ist sie denn mittlerweile erwachsen geworden?

Die ist jetzt Cleo, aus Hexe wurde Cleo.

In deinem Beruf nimmst du ständig neue Rollen an, einmal Hexe, dann Cleo: Was war bisher deine Lieblingsrolle, die du gespielt hast?

Das ist schwierig zu sagen, ich versuche natürlich in jeder Rolle irgendetwas zu finden, das mich reizt. Es würde sich also fast wie Betrug anfühlen zu sagen ich hätte eine absolute Lieblingsrolle. Aber es war zum Beispiel eine große Ehre für mich Elizabeth I. zu spielen und zu „Cleo“ habe ich auch eine besondere Verbindung, da ich am Drehbuch mitgeschrieben habe. Ich war also von Anfang an dabei und die Arbeit an dem Film hat beinahe fünf Jahre meines Lebens in Anspruch genommen.

Hast du manchmal das Gefühl, dass Menschen in dir immer noch Hexe sehen oder dass eine deiner anderen Rollen an dir haften blieb – auch im Privaten?

Im Privaten nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Menschen, die mich aus der Kinderserie kennen, sich an ihre eigene Zeit als Kind erinnert fühlen und das ist doch etwas sehr Schönes.

Gibt es denn eine Rolle mit der du ungern in Verbindung gebracht werden möchtest?

Ich stehe hinter den Projekten, die ich gemacht habe.

Du spielst verschiedene Charaktere, welchen würdest du denn in Zukunft gerne noch spielen, was steht hier auf deiner Wunschliste?

Ich würde gerne mal eine Musikerin spielen. Für „CLEO“ habe ich zwei Lieder eingesungen und ich arbeite gerade an einem eigenen Drehbuch. Es geht dabei um Erinnerungen und die Manipulation vergangener Erlebnisse.

Apropos Wunschliste: Was würdest du dir für die Zukunft generell wünschen? Nur für dich und ganz allgemein für alle? 

Für mich und mein Umfeld wünsche ich mir Gesundheit, Mut und Neugierde. Ganz allgemein habe ich sehr viele Wünsche. Für den Anfang vielleicht erstmal ein bisschen mehr Bewusstsein für die Umwelt im Denken und Handeln.

#FragenNachZahlen

 
 
 
 
 
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Die Schauspielerin über öffentliche Toiletten, Zeitreisen und Beleidigungen 📽 auf ZEITjUNG.de liest du zudem wieso aus ‚Hexe‘ jetzt ‚Cleo‘ wurde und erfährst, was das ganze mit Berlin zu tun hat…

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