Wie Du Dein Geld nachhaltig anlegen kannst

Geld Nachhaltigkeit

Wie die meisten fragst Du Dich vermutlich, warum das denn überhaupt sein muss und ob es nicht ein veraltetes Konzept ist, sich Geld für in 40, 50 oder 60 Jahren zur Seite zu legen. Natürlich ändert sich der Umgang mit dem Geld und mit Geldanlagen und längst läuft nicht mehr alles so, wie früher. Allerdings gibt es immer noch die Inflation, was bedeutet, dass dein Geld ganz von alleine an Wert verliert. Wenn Du also später etwas von dem, was Du jetzt oder bald verdienst, haben möchtest und dabei auch noch Wert auf Nachhaltigkeit legst, solltest Du zumindest wissen, was für Möglichkeiten es gibt, später mehr als nur eine bescheidene Rente auf dem Konto zu haben.

 

Der Trend bei jungen Anlegern

 

Die Geldanlage in Papiere, mit denen nachhaltige Projekte gefördert werden, ist ein aufsteigender Trend in der Anlegerbranche. Schuldner verpflichten sich, das Geld, das ihnen zur Verfügung steht, ausschließlich für soziale und in umweltverträgliche Projekte einzusetzen. Das gefällt vor allem vielen jungen Leuten, weshalb gerade diese sich vermehrt für nachhaltige Geldanlagen entscheiden. Der Trend bringt den Markt förmlich zum boomen und die Entwicklung scheint zukunftsweisend. Dennoch gilt die nachhaltige Geldanlage als Nische unter den vielen alteingesessenen Alternativen. Das trotz diverser Umweltskandale wie dem Dieselskandal und großen Problemen, die uns allen bewusst sind, wie dem Klimawandel im Allgemeinen.

Spannend ist der Blick auf die genauen Zahlen der nachhaltigen Geldanlagen dennoch. So ist beispielsweise das Emissionsvolumen der sogenannten „Green Bonds“, der grünen Anleihen im Jahr 2017 erstmalig über die 100-Milliarden-Dollar-Marke gestiegen. Bereits im September lagen die Neuemissionen über dem Volumen des gesamten Vorjahres 2016. In Deutschland jedoch ist der Anteil der nachhaltigen Investments noch immer recht gering. Du fragst Dich warum das so ist? Die Frage ist durchaus berechtigt, denn das Ganze ist verwunderlich und lässt sich nur mit der Angst vieler Deutscher, aber auch mit einer verständlichen Unsicherheit erklären. Denn private Anleger haben es nicht immer leicht, herauszufinden, ob sie ihr Vermögen besser in Klimasünder investieren, bei denen sie einigermaßen sicher sein können, am Ende Rendite zu machen oder ob sie eine junge, nachhaltige Alternative austesten sollen.

Das Interesse der Deutschen nach diesen Alternativen besteht jedenfalls eindeutig. Das bestätigt eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes GfK, nach welcher bereits jeder dritte Deutsche plant, nach sozialen und ökologischen Kriterien zu investieren. Allerdings scheint es einfach noch am Wissen über Nachhaltigkeit in Bezug auf Geldanlagen zu mangeln, was auch daran liegen kann, dass Bankberater noch zu selten auf alternative Anlagemöglichkeiten hinweisen und viele Menschen nur diesen Beratern volles Vertrauen schenken.

 

Kann Geld wirklich nachhaltig sein?

 

Geld per se ist weder nachhaltig noch das Gegenteil. Erst das, was damit gemacht wird, also wie du es anlegst oder investiert oder was du dir kaufst, kann es nachhaltig machen. Du solltest grundsätzlich wissen, dass Du Dich nicht nur bei konkreten Finanzprodukten, die zum aktuellen Zeitpunkt vielleicht für Dich noch gar nicht infragekommen, sondern auch bei der Wahl Deiner Bank und Deines Kontos für Nachhaltigkeit entscheiden kannst.

Denn jede Bank verwendet das Geld ihrer Kunden für verschiedene Zwecke und vergibt Potenziale und Möglichkeiten in bestimmten Bereichen der Wirtschaft. Entscheidest Du Dich also für eine Bank, die sich unter anderem durch nachhaltiges Wirtschaften auszeichnet, unterstützt Du alleine schon mit der Kontoführung bei dieser Bank sozial- und umweltverträgliche Projekte. So kannst Du auf direkte Weise auch mitbestimmen, ob mit Deinem Geld Kredite an Unternehmen vergeben werden, die beispielsweise Waffen oder umweltverschmutzende Stoffe herstellen oder ob das Geld eher an regionale kleinere Firmen geht, die beispielsweise den biologischen Rohstoffanbau auf ihrer Agenda haben.

Lange Zeit war es Kunden vor allem wichtig, die Arbeit der eigenen Bank an der Höhe der Zinserträge zu messen. Das reicht vielen allerdings nicht mehr aus, sie möchten wissen, wie ihr eigenes Kapital verwandelt wird. Aus diesem Grund veröffentlichen nachhaltige Banken in ihrer Transparenz in einigen Fällen sogar die vergebenen Kredite (davon sind Privatkredite natürlich ausgenommen).

Die „ethischsten“ unter allen Investments sind die nachhaltigen Geldanlagen, die direkten Anlagen, bei denen Anleger Wert darauflegen, dass der Ertrag nach bestimmten ethischen, ökologischen oder sozialen Kriterien dauerhaft stabil erwirtschaftet wird. Investments in Dinge wie etwa fossile Brennstoffe, wie Erdölförderung, Kohlekraftwerke, Atomkraft und Ähnliches sind damit natürlich tabu. Denn sie schaden einerseits der Umwelt und verursachen andererseits auch noch hohe Folgekosten und unterliegen politischen Risiken.

Bei nachhaltigen Geldanlagen stehen deshalb vor allem auch erneuerbare Energien im Fokus. Diese fördern letztlich den Klimaschutz und können der Erderwärmung entgegenwirken. Die enorme Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren, die sicher auch nicht unbemerkt an dir vorbeigegangen ist, machten eigentlich erst die privaten Anleger so richtig möglich. Denn seit den 90er Jahren investieren Privatanleger sowohl in Solar-, als auch in Windkraftanlagen und Biogasprojekte. Damit finanzieren sie eine Branche, welche deutschlandweit inzwischen mehrere hunderttausende Arbeitsplätze bietet. Beispielsweise über sogenannte geschlossene Fonds oder über Darlehen, aber in den letzten Jahren auch über Anleihen und Genussrechte floss das private Kapital direkt in die Kraftwerke.

Geld Nachhaltigkeit Frau Mann

 

Die neuen digitalen Währungen

 

Gerade für junge Leute scheint der Boom der neuen digitalen Währungen, der sogenannten Kryptowährungen, besonders verlockend und interessant zu sein. Überall liest man von Bitcoin-Millionären, von über Nacht rasant steigenden Kursen und vom schnellen Geld. Abgesehen davon allerdings, dass Bitcoin & Co. noch immer sehr umstritten und unsicher sind, ist gerade der Bitcoin im Vergleich zu materiellen Währungen keine besonders nachhaltige Alternative. Denn die Währung zu „schürfen“ erfordert einen extrem hohen Stromverbrauch. Der Bitcoin hat außerdem noch weitere Nachteile, die du dir vor allem als junger Anleger mit wenig Eigenkapital gut anschauen solltest, bevor du dir ernsthaft überlegst, in ihn oder eine andere Kryptowährung zu investieren. Generell gilt bei den Kryptowährungen (wie im Grunde bei allen Geldanlagen): Vorab aus verschiedenen Quellen eine Menge Informationen sammeln und dann eine rationale und keine überstürzte Entscheidung treffen.

Es gibt jedoch auch konkrete Kryptos, die den ökologischen Fußabdruck ihrer Geschwisterwährungen als Anlass genommen haben, gegen den Strom zu schwimmen. Sie haben erkannt, dass die Technologie hinter den meisten Kryprowährungen, die Blockchain, zum einen eine dezentrale Verwaltung garantiert, welche für Sicherheit sorgt. Zum anderen lassen sich durch den Wert der Währung spezifische Formen der Nachhaltigkeit repräsentieren. Denn die digitalen Währungen haben im Gegensatz zu regulärem Geld einen materiellen Gegenwert. Der „GENERcoin“ beispielsweise definiert sich über einen Biobrennstoff. Je größer die Menge des Brennstoffs und je mehr davon verkauft wird, desto mehr GENERcoins entstehen.

Der „SolarCoin“ wiederum, der sich an Produzenten von Solarstrom richtet, nutzt eine Art Bonusprogramm. Sobald du als Privatperson oder auch als Unternehmen Solarstrom erzeugst, bekommst du, insofern du dich für das Prämienprogramm angemeldet hast, SolarCoins ausgezahlt. Diese wiederum können dann ausgegeben oder gegen andere Kryptowährungen eingetauscht werden. Jeder, der eine Solaranlage sein Eigen nennt, kann an dem Programm mitmachen.

Geld Nachhaltigkeit Kryptowährung

 

Welche nachhaltigen Geldanlagen lohnen sich noch?

 

Wenn du dich für eine nachhaltige Geldanlage entscheidest, ist deine Motivation aller Voraussicht nach eine ethisch motivierte. Denn würde es dir vor allem darum gehen, bewusst hohe Erträge erzielen zu wollen, würdest du vermutlich auf eine andere Geldanlage ausweichen. Trotzdem macht es natürlich Sinn, nachhaltige Geldanlagen (abseits der digitalen Währungen) auf ihre Sicherheit und auf ihre Rentabilität zu prüfen. Von Geldanlagen mit physischem Gegenwert ist im Übrigen in jungen Jahren eher abzuraten. Denn diese Investitionen erfordern eine Menge Wissen und Erfahrung und in der Regel auch mehr Kapital als andere Geldanlagen.

 

Wie steht es um Wertpapiere?

 

Inzwischen ist der Markt für ethische Fonds längst nicht mehr so dünn besiedelt wie noch vor einigen Jahren. Fast jeder Anlegertypus mit welchem Kapital auch immer sollte hier eigentlich fündig werden. Für alle Fonds, auch für nachhaltig-orientierte Ablagen, gilt aber natürlich, dass diese den üblichen Marktrisiken unterliegen. Selbst Totalverluste sind in Extremfällen bei Unternehmensanleihen nachhaltig wirtschaftender Firmen nicht auszuschließen.

Generell allerdings sind die Skepsis und der Zweifel gegenüber den grünen Wertpapieren, die überall herrschen, nicht berechtigt. Denn die Uni Kassel führte eine eindrückliche Studie zu diesem Thema durch. Dabei verglichen Forscher konventionelle und nachhaltige Fonds derselben Emittenten in direkter Weise. Die Ergebnisse: Beim Vergleich des Rendite-Risiko-Verhältnisses von 35 Studien konnten nachhaltige Fonds vierzehn Mal besser und nur sechs Mal schlechter abschneiden.

 

Ist zu Bankprodukten zu raten?

Deutlich unprofitabler jedoch geht es leider bei Banken mit nachhaltigen Geldanlagen zu. Das gilt sowohl für die bekannte GLS-Bank, als auch für die Ethik-Bank und etwa die Ökobank. Die GLS-Bank zählt inzwischen über 213.000 Kundinnen und Kunden und 48.000 Mitglieder (Stand: Dezember 2017) und bildet eine Genossenschaft. Die Umweltbank AG ist dagegen eine Aktiengesellschaft. Alle nachhaltigen Banken allerdings, wie auch immer sie orientiert sein mögen, verbindet eine Sache: Ihre Zinsen für Tagesgelder oder Sparbriefe liegen unter den vergleichbaren Konditionen der konventionellen Banken. Wer Mitglied bei der GLS-Bank sein und dort ein Konto führen möchte, muss sogar einen GLS-Beitrag zahlen, welcher für die Sicherung der Garantie der Kernleistungen der Bank dient. Dafür erhalten Mitglieder dann aber 1-3% Dividende auf ihre Mitgliedsanteile.

 

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