HassobjektleggingsMädelsModeSport

Hassobjekt: Mädels, die in ihrer Freizeit Sportleggings tragen

Mit Jeansjacke, gemachten Haaren und der Handtasche unterm Arm kommen sie aus dem Haus. Nur eins sticht unangenehm ins Auge: Die Sportleggings.

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: Mädels, die ihre Sportleggings nicht mehr ausziehen.

 

Ihr kommt morgens aus dem Haus, ganz adrett und sportlich, in euren Nike-Sporthosen, in der euer Arsch so gut aussieht. Dass ihr gleich aber nicht etwa los joggt, verrät uns das gemachte Haar, die Lederjacke, die ihr dazu kombiniert und die kleine Longchamp, die ihr euch unter den Arm geklemmt habt. Gemütlich watschelt ihr so zum Bus, um zwei Kilometer in die Uni oder dreihundert Meter zum nächsten Supermarkt zu fahren. Liebe Sportleggings-Trägerinnen, ich habe an euch nur eine Frage: WIESO?

 

Die Daseinsberechtigung eurer Sportleggings verdient sich nicht durch Schminke

 

Wieso habt ihr das dringende Bedürfnis, euch mit Sportleggings neben mir in die Vorlesung zu setzen, vor mir an der Supermarktkasse zu stehen oder mit euren Mädels an meinem Nachbartisch zu brunchen? Gibt euch das irgendein Geltungsgefühl, irgendeine Daseinsberechtigung, weil euch sonst ja keiner glaubt, dass ihr Sport macht? Wenn das euer Ziel ist, habt ihr es weit verfehlt. Denn wenn ich mir bei dem Anblick eures farblich abgestimmten Make-Ups und der aufgedrehten Locken einer Sache sicher bin, dann ist es die: Einen Schweißtropfen hat eure super trendy Active Wear noch nie gesehen. Und ihr selbst verirrt euch wahrscheinlich auch nur ins Fitnessstudio, um davon ein Foto bei Instagram hochzuladen. Wie schon die wunderschöne Youtube-Parodie von Van Vuuren Bros zeigt: Während ihr beim Spiegelselfie in eure Handykamera lacht, lachen wir über euch.

 

 

Sorry, aber Kunststoffhose gehört einfach nicht zur Knigge

 

Es gibt ja nichts dagegen einzuwenden, im Sinne der Mode mal ein Kleidungsstück der Wahl seines ursprünglichen Zweckes zu entwenden. Aber manches macht für mich einfach keinen Sinn. Oder tragt ihr im Fitnessstudio neuerdings auch Jeans? Und wer mir jetzt entgegenhält, Sportleggings wären doch so schön bequem, dem habe ich nur zu sagen: Da hättest du dir die Mühe auch sparen und einfach deinen Schlafanzug anlassen können. Gehört sich aber nicht, sagt ihr? Genau das ist doch der Knackpunkt, liebe Sportleggings-Trägerinnen. Wer hat denn beschlossen, dass es sich plötzlich ziemt, mit einer Kunststoffhose, die den Ausdruck Jogginghose viel eher verdient (weil ja, mit der kann man tatsächlich joggen!), in die Uni zu kommen? Oder wohin auch immer ihr euch mit euer Sportleggings traut. Ich jedenfalls finde, es gibt nach wie vor Kleidungsstücke, die zu einem Anlass mehr und zu anderen einfach gar nicht passen. Ich habe mich heute auch extra in meine Skinny Jeans gequetscht, um mit euch ein Referat vorzubereiten – erweist ihr mir die Ehre doch also auch einfach. Von mir aus nimmst du auch die Mom Jeans oder eine Stoffhose oder oder. Aber lass die Sportleggings weg. Weit weg.

 

Bringt die Sportleggings zurück zu ihrem Ursprung: Dem Sport

 

Eine manche von euch sollte vielleicht mit dem von Ted Mosby in How I Met Your Mother völlig zurecht aufgestellten Unterhosen-Radius bekannt gemacht werden: Je weiter man sich in Unterhose vom Schlafzimmer wegbewegt, desto mehr hat man an Selbstbewusstsein und Kontrolle über sein Leben verloren. So oder so ähnlich hat Karl Lagerfeld das im Übrigen schon über die Jogginghose formuliert. Der ist vielleicht eher euer Idol – wo ihr euch mit euren bunt gestreiften oder im Tierprint gemusterten Sportleggings ja meist noch als modebewusst schimpft. Ich plädiere hiermit für einen Sportleggings-Radius. Dieses Kleidungsstück gehört in die Sporthalle, das Fitnessstudio oder den Park nebenan (Achtung: Nicht zum picknicken!). Meinetwegen auch zum Spazieren gehen. Je weiter man sich von diesen Lokalitäten weg bewegt, desto größer also der Sportleggings-Radius, desto schlimmer steht es um das eigene Dasein. Vielleicht merkt ihr dann auch, das hier etwas gewaltig schief läuft und kehrt zurück zur Vernunft und zur Jeans – wie alle anderen auch.

 

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Kommentare

  1. Tatsächlich der schlechteste Artikel den ich hier je gelesen habe. Wir leben immer noch in einem Land, wo wir frei für uns entscheiden dürfen, was wir tragen wollen oder nicht, zum Glück. Wenn ich mit Sportleggings aus dem Haus gehe, dann vielleicht einfach weil sie tausendmal bequemer sind als Jeans und nur weil sie für eine sportliche Aktivität gedacht waren bedeutet das doch nicht, dass man sie nicht auch anderweitig tragen darf. In anderen Kulturen ist das Gang und gebe und interessiert dort auch einfach niemanden, ob man da mit Sporthosen rumrennt, USA. Was als Frau schon ziemlich cool ist, wenn man nicht drauf achten muss, was man trägt, nur damit man gesellschaftlich akzeptiert wird. Ich dachte wir leben im 21 JH!

    Tina / Antworten
  2. Gebe Recht, absolut schwachsinniger Artikel. Wie entwickelt man solch intensive Gefühle gegenüber so etwas Nichtigem? Wahrscheinlicher scheint fast, dass das selbst nicht mal tatsächlich so wahrgenommen wird und hier einfach geschrieben wurde, um zu schreiben. Ähnlich, wie beim Reden: Unnötiges spart man sich da besser

    Alina / Antworten
  3. Toll, dass wir uns als Frauen jetzt noch gegenseitig runtermachen und auf unser Äußeres reduzieren lassen! Lasst uns uns feiern und die Vielfalt feiern! Jede Frau sollte doch einfach das tragen können worauf sie Lust hat!!

    Maike / Antworten

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren