Hassobjekt: Rücksichtslose Fahrradfahrer*innen

Fahrradfahrerin in Amsterdam

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekteinfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: rücksichtslose Fahrradfahrer.

Das Fahrrad ist klimafreundlicher als jedes andere gängige Transportmittel, man bewegt sich und ist an der frischen Luft. Es könnte alles so schön sein – wie gesagt: könnte. Denn leider sind einige Fahrradfahrer*innen rücksichtslose Verkehrsrowdys.

Bevor ich vor zwei Jahren einen Trip nach Amsterdam gemacht habe, fand ich Fahrradfahrer*innen einfach nur lästig. Aber seitdem habe ich regelrecht Angst vor ihnen – jeder, der schon einmal in Amsterdam unterwegs war, weiß warum. Jetzt bin ich nachhaltig traumatisiert, und mein Hass hat ganz neue Ausmaße angenommen. 

Normalerweise herrscht zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln im Straßenverkehr eine friedliche Koexistenz. Klar, als Autofahrer*in regt man sich gelegentlich auch über Fußgänger*innen auf und umgekehrt. Aber meistens wissen sowohl erstere als auch letztere, wie man sich zu benehmen hat – ganz im Gegensatz zu Fahrradfahrer*innen. Die sind schlichtweg die Ausgeburt der Hölle, sowohl für Fußgänger*innen als auch für Autofahrer*innen.

Da läuft man nichtsahnend und vorbildlich den Bürgersteig entlang, hat noch nicht einmal Musik auf den Ohren, um auf jeden Fall das Klingeln der Fahrradfahrer*innen mitzubekommen, die aus unerfindlichen Gründen ebenfalls diesen Bürgersteig nutzen – und während man so in Gedanken ist, rauscht plötzlich ein besonders rücksichtsloses Exemplar des gemeinen Fahrradfahrers haarscharf an dir vorbei. Kein Klingeln, keine Vorsicht, kein „Sorry“ im Nachhinein.

Noch schlimmer ist es, wenn man um eine Ecke biegt: Ganz gefährliches Terrain, denn man kann vorher nicht sehen, was einem da so entgegenkommt. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich in solchen Situationen schon beinahe unter einem Fahrradreifen gelandet bin. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: ziemlich oft. Die kommen angerast und haben offensichtlich gar nicht auf dem Schirm, dass wir uns zum einen auf einem Weg befinden, der eigentlich nur von Fußgänger*innen genutzt werden sollte, und zum anderen nicht eingesehen werden kann, was sich hinter der nächsten Ecke befindet.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!