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Hassobjekt: WhatsApp-Gruppen

Die Bilder deiner Katze interessieren mich nicht und Bastis Kommentar war unnötig. Spar’s dir doch! WhatsApp-Gruppen, könnt ihr mehr als mich zu zumüllen?

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autoren nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: WhatsApp-Gruppen.

 

51 – das ist die Anzahl der WhatsApp-Gruppen, deren stolzes Mitglied ich bin. Wie viele ich davon jemals wirklich benutzt, geschweige denn gebraucht habe? Wahrscheinlich nicht eine einzige.

Trotzdem lasse ich zu, dass all diese sinnlosen, oft vermeintlich lustig benannten Gruppen mich den ganzen, lieben langen Tag mit ihrem Non-Sense zumüllen. So schnell, wie diese erstellt werden, würde ich mit dem Löschen nicht einmal hinterher kommen. Die Kreativität der Gruppengründer und Namensgeber scheint dabei schlicht keine Grenzen zu kennen: Malleurlaub 2017 😎☀️, Mädelzzzzzz <3, Geburtstag Nina , Referat Uni… Einen Pulitzer-Preis werden meine Freunde damit sicher nicht gewinnen.

 

Durch 157 neue Nachrichten fühle ich mich weder besser noch beliebter

 

Dieser ganze Mist mit den WhatsApp-Gruppen mag ja eine tolle Idee und gut gemeinte Erfindung des Messenger-Dienstes gewesen sein. Aber ob der Sinn dahinter wirklich war, dass ich mich Montagmorgen erstmal durch 157 gottverdammte neue WhatsApp-Nachrichten wühlen muss? Davon unendlich viele besoffene Selfies von Max und Lisa. Nachrichten voller Lachsmileys, Herzchen und Raketen als Reaktion auf Bastis ach so lustigen Kommentar. 26 Glückwünsche an eine Nummer, die ich nicht einmal eingespeichert habe und deren Besitzer ich vermutlich auf der Straße nicht erkennen würde. Ein 1:47 Minuten langes Video eines kleinen, bunten Kaninchens, das meine Oma unbedingt in unserer Familiengruppe teilen musste und das mir jetzt genauso fröhlich den Speicherplatz meines Handys auffrisst, wie sein Möhrchen im Video. Am liebsten würde ich euch allen die Freundschaft kündigen – außer dir, Oma, das geht ja genau genommen nicht so leicht. Denn trotz so vieler Nachrichten fühle ich mich nicht etwa beliebt, sondern einfach nur belästigt.

 

Es gibt kein Entkommen aus der WhatsApp-Gruppen-Falle

 

„Dann tritt doch einfach aus den Gruppen aus“, höre ich die Klugscheißer schon um die Ecke kommen. Mein Lieber, so einfach ist das nicht. Denn hat man es auch nur einmal gewagt, aus „Grillparty 2015“ auszutreten, deren Mitglieder man seit zwei Jahren weder gesehen noch gesprochen hat, kommt prompt eine empörte Nachricht vom Gruppenadministrator: „Sag mal, was soll das denn jetzt? Hast du plötzlich irgendein Problem?“ Mit ganz viel Glück ist man dann drei Minuten später ohnehin Mitglied von „Grillparty 2018 – reloaded“. Denn wie schade es doch ist, dass die alte Gruppe auf Eis gelegt wurde – ist es nicht, Leute, IST ES NICHT!

 

Wenn nichts mehr hilft – einfach eine neue WhatsApp-Gruppe!

 

Danke für gar nichts, WhatsApp. Denn will man einmal etwas wirklich Wichtiges wissen oder versucht, etwas in einer Gruppe zu organisieren (was angeblich deren wirklicher Sinn gewesen sein soll), dann passiert genau – gar nichts. Denn auf einmal kriegen die Bastis, Max‘ und Lisas dieser Welt es dann nicht mehr hin, zu antworten. Oder Basti hat genau zu dem Zeitpunkt ein total lustiges GIF gefunden, was er uns UNBEDINGT noch zeigen muss. Und meine Frage, wer noch die PowerPoint für unsere morgige Präsentation in der Uni fertig machen kann, wird zur Nebensache. Am besten, ich mache dafür einfach eine neue WhatsApp-Gruppe.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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