Studie: Macht Homeoffice glücklich?

HomeOffice Studie Arbeitnehmer glücklich

Mindestens eine Stunde länger ausschlafen, sich im gemütlichen Schlafoutfit vor den Laptop kuscheln und dabei entspannt die erste Tasse Kaffee schlürfen. Eigentlich bietet das Home Office extrem viele Vorteile – trotzdem sinkt die Zahl der deutschen Telearbeiter stetig. Im Jahr 2012 arbeiteten beispielsweise nur noch circa 4,7 Millionen der Erwerbstätigen von Zuhause aus, das sind circa 80.000 weniger also noch vier Jahre zuvor. Diese Entwicklung beschränkt sich jedoch allein auf Deutschland  – in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder Schweden ist das Teleworking deutlich populärer als hierzulande.

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser?

 

Das liegt jedoch höchstwahrscheinlich weniger am Widerwillen der Arbeitnehmer, sondern vielmehr an der Skeptis deutscher Führungskräfte. Das Vertrauen in die Angestellten ist gering, vielmehr überwiegt die Befürchtung, dass die Angestellten zuhause faul, nicht erreichbar, demotiviert und viel zu isoliert sind. Doch neue Studienergebnisse, die in dem Magazin „Forbes“ veröffentlicht wurden, beweisen das genaue Gegenteil. Heimarbeiter sollen demnach nicht nur zufriedener, sondern auch produktiver als ihre Kollegen im Büro sein. Schließlich entgehen sie all den ausufernden Teambesprechungen und werden nicht andauernd von redebedürftigen Arbeitskollegen abgelenkt. Stattdessen: Angenehme Ruhe.

Für Studienzwecke befragte das Forscherteam des amerikanischen Softwareunternehmens „Tinypulse“ 509 Angestellte, die permanent im Homeoffice arbeiten. Anschließend wurden die Aussagen der 25 bis 44-Jährigen Männer und Frauen mit den Antworten von Berufstätigen, die ganz normal im Büro arbeiten, verglichen.

Zunächst sollten die Arbeitnehmer auf einer Skala von eins bis zehn einordnen, wie glücklich sie bei der Arbeit sind. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Telearbeiter deutlich zufriedener sind: Während klassische Arbeitnehmer ihre Arbeitserfüllung mit einer 7,4 bewerteten, lag der Wert bei Telearbeitern sogar bei 8,1. Außerdem fühlen sie sich offensichtlich mehr wertgeschätzt (7,75) als Büroarbeiter (6,69). Nur der Kollegenkontakt wurde von den Büroarbeitern mit 8,47 Punkten sehr hoch bewertetet.

 

Heimarbeit regt die Produktivität an

 

Vor allem die jeweilige Produktivitätseinstufung wirkt auf den ersten Blick überraschend: 91 Prozent der Telearbeiter glaubten, dass sie zuhause produktiver sind als im Büro. Tatsächlich sind sie viel flexibler und konzentrationsfähiger; und haben außerdem die einzigartige Möglichkeit, sich selbständig zu organisieren. Die meisten Heimarbeiter schätzen das Vertrauen, das ihnen geschenkt wurde und wollen dieses auf keinen Fall missbrauchen. Deshalb sind auch die Experten der Meinung, dass es Führungskräften nur zugutekommt, ihren Mitarbeitern zu erlauben, so viel wie möglich selbst zu bestimmen. Weitere Untersuchungen bestätigen außerdem, dass Heimarbeiter weniger Pausen machen und seltener krank sind.

 

Die goldene Mitte

 

Doch trotz all der genannten Vorteile ist das Home Office definitiv nicht jedermanns Sache und eignet sich auch für viele Berufe nicht. Doch auch wenn sich die Heimarbeit anbietet, ist es nicht immer ratsam, dem Büro fernzubleiben. Denn das kann auf Dauer tatsächlich sehr einsam und demotivierend sein. Möglicherweise liegt die Lösung ja mal wieder in der berühmten goldenen Mitte: Vielleicht braucht es pro Woche ein, zwei Tage Homeoffice, um die Produktivität anzukurbeln und sich bei herrlicher Ruhe wirklich konzentrieren zu können; während die restlichen Tage dem Büro-Socializing dienen.

 

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Bildquelle: startupstockphotos.com  unter CC 0 Lizenz

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