Fütterer is(s)t anders: Warum Hühner Eier legen und wie sie gehalten werden

Trostloses Dasein einer Legehenne. Bild: Unsplash

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise.

Hartgekocht, weich oder als saftiges Omelette zubereitet: Für viele ist das Ei vom Frühstückstisch nicht wegzudenken. Auch Ostern wäre nicht dasselbe ohne gefärbte Eier und Eierkicken. Was viele hinter Spiegelei & Co. allerdings nicht sehen: Der Weg vom Huhn bis in den Eierbecher ist oft mit Tierleid und unethischen Praktiken verbunden.

Aber Hühner legen doch sowieso Eier, oder nicht?

Hennen produzieren natürlicherweise Eier, um sich fortzupflanzen. Das Ei wird gebildet, sobald der Eisprung stattfindet. Werden die Eier befruchtet, wächst in ihm ein Küken heran. Aber auch wenn das Ei nicht befruchtet wird, reift es heran und die Henne legt es. Praktisch, denn so können wir es als leckeres Frühstücksupgrade nutzen. Je nach Rasse legen Hennen unterschiedlich viele Eier – die Legeleistung eines Huhns in Freilandhaltung beträgt bis zu 180 Eier pro Jahr.

Das Problem ist: Die Nachfrage nach Eiern ist viel größer. Darum wurden Hennen so gezüchtet, dass sie mehr Eier legen. Besser gesagt: konstant, nämlich bis zu 300 Eier im Jahr. Mit einem natürlichen Reproduktionszyklus hat das nicht mehr viel zu tun.

Die Schattenseite der Eierindustrie

Die hohe Legeleistung ist extrem anstrengend für die Hennen und fordert seinen Preis. In der Intensivtierhaltung leben Hennen nur etwa 20 Monate – in guter Haltung und Pflege kann ein Huhn 15 Jahre alt werden. Scharren, Picken, Flattern oder Gackern: Viel Raum, um wirklich Huhn zu sein, haben Legehennen nicht. In der Käfighaltung teilen sich zwölf Hennen einen Quadratmeter, bei Bodenhaltung sind es neun Hühner pro Quadratmeter. In der Freilandhaltung leben neun Hühner pro Quadratmeter, zusätzlich hat jedes Tier vier Quadratmeter Auslauffläche. In der Biohaltung sind es sechs Tiere, die sich diese Fläche teilen.  

Der Großteil der Hühner lebt weltweit in Legebatterien oder in intensiver Stallhaltung (Bodenhaltung). Aufgrund des Platzmangels und auch aus Langeweile neigen Hühner dazu, sich gegenseitig zu verletzen, zum Beispiel durch Federpicken. Es ist daher gang und gäbe, dass Hühnern in der Intensivhaltung die Schnäbel gekürzt werden – ohne Betäubung.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.