Hundeschlitten, Zirkus, Zoos: Wo beginnt eigentlich Tierquälerei?

Schlittenhunde in verschneiter Landschaft

Letztens war ich langlaufen. Hier in den französischen Alpen kann ich prima abschalten und mich sportlich auspowern. Tief die kalte Luft einatmen, der Blick schweift über die verschneite Landschaft und verweilt auf den eindrücklich spitzen Gipfeln um mich. Es ist so friedlich still auf der Loipe. Doch plötzlich wird meine erholsame Ruhe gestört, ich höre ohrenbetäubendes Gekläffe. Einige Huskies warten ungeduldig darauf, vor einen Schlitten gespannt zu werden. Haben die da echt so viel Bock darauf, irgendwelche Menschen auf einem Schlitten durch den Schnee zu ziehen, frage ich mich. Oder ist das laute Bellen eher als Beschwerde aufzugreifen, als Anklage gegen Ausbeutung und Tierquälerei?

Die Diskussion, ob Tiere zum menschlichen Vergnügen gehalten werden sollen, ist keine neue. Egal ob Hundeschlitten, Delfinarien, Zoos, Zirkus oder Pferdekutschen, sie sind alle zu unserer Unterhaltung gedacht, jedoch fühle ich mich stets schlecht, wenn ich solche Attraktionen sehe. Tiere gehören für mich nicht in Käfige und Städte, sondern in einen natürlichen Raum, in dem sie sich wohlfühlen und sich frei bewegen können.

Zirkusse reisen mit Tigern, Löwen und Elefanten

In 21 Ländern Europas ist Zirkussen bereits die Haltung von Wildtieren oder sogar von Tieren allgemein untersagt. In Litauen tritt das Verbot von Wildtieren im November dieses Jahres in Kraft. In Deutschland dürfen Zirkusse noch Wildtiere halten, allerdings hat die Bundesagrarministerin Klöckner einen Verordnungsentwurf vorgestellt, der die Neuanschaffung von Giraffen, Elefanten, Nashörnern, Flusspferden, Affen und Großbären verbieten soll. Auch soll die Verordnung erstmals Vorgaben zur Haltung, zum Transport und Training der Tiere machen. Schockierend, dass es so etwas bis jetzt überhaupt nicht gab. Tierschützer begrüßen die Verordnung, kritisieren jedoch die Unzulänglichkeit. So würden zum Beispiel Großkatzen nicht unter das Verbot fallen. Sie fordern ein generelles Verbot von Wildtieren in Zirkussen.

Warum leiden Tiere im Zirkus?

Die Liste ist lang. Von beengter Haltung in kleinen Käfigen, zu wenig Bewegung, Stress, Gewalt und Zwang während des Trainings und den Vorstellungen, bei denen die Tiere gezwungen werden in lauter Umgebung unnatürliche und oft auch schmerzhafte Kunststücke vorzuführen. Auch die vielen Reisen verursachen den Tieren Stress, als Folge sterben sie häufig deutlich vor der eigentlichen Lebenserwartung. Und auch domestizierte Tiere wie Pferde können in Zirkussen nicht artgerecht gehalten werden und müssen für die Unterhaltung herhalten. Nicht selten haben Zirkusse finanzielle Schwierigkeiten, am meisten leiden darunter die Tiere, denn Tierarztbesuche, Futter und Medikamente sind teuer.

Immer unterwegs. Momentan wahrscheinlich in den französischen Alpen. Leicht zu begeistern. Ganz besonders für Sport, vegane Leckereien, gute Romane, Yoga und Fremdsprachen.