Eine Liebeserklärung an: Den Herbst

Mädchen, Kamera, Herbst

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

 

Ciao, Sommer…

 

Allein der Gedanke an den Herbst versetzt mich schon in eine Art glückliche Trance, getränkt mit ein wenig Melancholie. Wenn die Temperaturen wieder fallen und die schwüle, stehende Sommerhitze der klaren Herbstluft weicht, heißt es endlich: er ist wieder da! Der Herbst war wahrscheinlich schon immer der etwas uncoolere, emotional verbrauchte kleine Bruder des Sommers und wird es wohl immer bleiben. Aber für mich ist der Herbst die beste Jahreszeit, die es gibt. Der Sommerliebhaber trauert wahrscheinlich dem immer viel zu kurzen Sommern hinterher, aber verdammt viele von uns werden jetzt auch dieses „Hell yeah!“-Gefühl verspüren, wenn sich die Temperaturen endlich wieder unter 20 Grad ansiedeln. Wir können uns endlich von Mücken, Bienen, Wespen und anderem Stechgetier verabschieden, das den Sommer immer noch unerträglicher gemacht hat, als er eh schon war.

Endlich keine verschwitzten Menschen in den Öffis mehr, denen man am liebsten kollektiv ein Deo anbieten möchte. Endlich mal wieder raus aus dieser ekligen Sommerträgheit! Man merkt, ich bin kein großer Fan des Sommers. Es war immer ein Art Hassliebe zwischen uns. Auf der einen Seite freut man sich, wenn es warm ist und man draußen ein Eis essen kann, auf der anderen Seite verflucht man es, wenn das Eis nach 2 Minuten schon wieder geschmolzen ist und sich auf den Klamotten verbreitet hat (damit du dann als wandelndes Lockmittel für besagtes Stechgetier rumläufst). Ich denke zwar gerne an den Sommer, aber er fühlt sich selten wirklich gut an. Und spätestens beim dritten Sonnenbrand hat man die Nase voll. Verdammt sei die Entertainment-Industrie, die seit Ewigkeiten den Sommer durch ihre Filme und ihre Musik romantisiert!

 

…und hallo, Herbst!

 

Dem bereitet unser geliebter Herbst nun endlich ein Ende. Ach Herbst, der Gedanke an dich hält mich im Sommer am Leben. Die Tage werden durch dich wieder kühler, und wir können mal wieder in den Himmel schauen ohne gleich zu erblinden. Wir können endlich wieder Übergangsjacken tragen, die schon seit gefühlten Ewigkeiten in unseren Schränken verstauben. Endlich wieder eine ordentliche Tasse warmen Kaffee trinken, ohne Hitzewallungen zu erleiden! Wir werden jetzt ohne schlechtes Gewissen drinnen bleiben und Netflix gucken.

Herbst, ich bin so dankbar dass es dich gibt, ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde. Du bist die perfekte Mischung aus Wärme und Kälte, und verdienst den Namen der „goldenen Jahreszeit“ nur allzu Recht. Auch ist es jetzt an der Zeit, die dicken Pullis auszugraben, Bücher zu lesen und uns für die nächsten 6 Monate einzumummeln, um nur für die wirklich wichtigen Dinge aus dem Haus zu gehen. Herbstspaziergänge, zum Beispiel. Wo wir uns nach Lust und Laune im Laub austoben können wie kleine Kinder, ungeachtet der Tatsache, dass wir eigentlich nur ein Haufen Halb-Erwachsene sind, die im Dreck mit Blättern spielen.

 

Du bist nicht allein

 

Man muss wahrscheinlich schon überzeugter Kälteliebhaber sein, um dem Herbst gleich eine ganze Liebeserklärung zu widmen, aber ich bin definitiv nicht alleine mit diesem Gefühl, auch schon vor Hunderten von Jahren haben allerlei Dichter und Denker das „Herbstgefühl“ herbeigesehnt. Ob Boldt, Goethe oder Britting, sie alle richteten einige Dankesworte an dieses tolle Gefühl, dem Sommer beim Gehen zuzusehen.

„Ein Krug mit Wein ist vor dich hingestellt. Daneben liegt ein Buch. Was willst du mehr?“ So beschreibt der Dichter Georg Britting es in seinem Gedicht „Herbstgefühl„, und bringt es bis ins 21. Jahrhundert – mehr als 200 Jahre später – voll auf den Punkt. Und ob dein Krug mit Wein jetzt ein Pumpkin-Spice-Latte ist und das Buch zufällig Stranger Things heißt (oder zur Abwechslung mal wirklich ein Buch ist), sei jetzt mal dahingestellt. Es spielt letzten Endes ja auch keine Rolle. Was zählt, ist dass wir den Herbst verdammt noch mal lieben!

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz